Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Keményfi Róbert: Komples etikai és nyelvhatár-vizsgálatok a Kárpát-medencében. Kutatási program és szintézis. 1998 - 2002

Dorfgeschichte betrachtend -zurückverfolgen (z.B. ethnische Verdichtung - wenn es sie gibt; warum, wenn es sie nicht gibt: warum nicht?) Die dementsprechend durchgeführte Untersuchung in der multiethnischen Zone der ausgewählten Regionen entlang der ethnis­chen und/oder der Sprachgrenze kann so die wirkliche Linie der Sprachgrenze weiter ver­feinern. Was aber kulturell diese Raumstrukturen widerspiegeln, möchten wir in der zweiten Phase der Untersuchung erfahren. Der erste Teil des Forschungsprogramms wird also auf der Siedlungsebene durchgeführt und ist geographisch orientiert, wenn wir auch mit ethnographischen Methoden arbeiten: es wird versucht, den Begriff der statistischen “Vermischtheit” mit Forschungen auf der Siedlungsebene weiterzudenken, und mit den aufgenommenen statistischen (und geographis­chen) Daten, die mit ethnographischen Methoden aufgenommen werden, “hinter” die Daten zu blicken. Anders gesagt: welche tatsächlichen kulturellen (aber mit Daten ausdrückbaren­­’’messbaren”: Sprache, Religion) Verhältnisse werden in den Dörfern durch die ethnischen Daten widergespiegelt? In dieser ersten Projektphase wird keine solche klassische Frage der Ethnologie aufge­worfen, die auf die interkulturelle Kommunikation der multiethnischen Siedlungen, auf die sozialen Verbindungen, und auf die alltäglichen zwischenethnischen Beziehungen eingeht, und es wird keine Frage aufgeworfen, anhand derer die Vorgehensweise der individuellen kulturellen Prozesse beantwortet werden könnte. Die Frage richtet sich in dieser Projektphase - auf einsehbare, kompakte Weise - auf die multiethnischen Siedlungen und nur auf die “äusseren, tragenden" Formen (mit Bezeichnung: Nationalität, Sprache) der Kultur, die gegebenenfalls auf die dort abgelaufenen oder eben laufenden Assimilations-/ Akkultura­­tionsprozesse deuten. Die Essenz dieser Ethnien-Raumstruktur-Untersuchungsmethode ist es, dass die Zugehörigkeit der Dorfbewohner zu einer Nationalität von älteren, die Dorfgemeinde gut kennenden Personen, von örtlichen Intellektuellen (Pfarrer, Bürgermeister) anhand deren Erfahrungen qualifiziert wird. In der Geschichte der ungarischen Volkszählungen wurde diese Qualifikations-Methode zuerst 1980 angewandt. Die danach entstandene heftige Diskussion darüber, ob diese Qualifikation ethisch oder nicht ethisch wäre, hatte uns veranlasst, die Untersuchungsmethode in diesem Projekt abzuwerten. Die im Grunde statistische Methode (geschlossener Fragebogen) haben wir in “ethnische” umgewandelt, weil wir die Fragen erweitert haben. Dies bedeutet, dass in die Fragen auch Lebensgeschichten, Meinungen neben der Zugehörigkeit zur Nationalität eingebaut werden. Wir haben es getan, um die offiziellen statistischen Daten mit den Daten, die in den Siedlungen entstehen, zu vergleichen und zu überprüfen. Es bedeutet nicht, wir würden annehmen, dass die Daten während der offiziellen Volkszählung bewusst manipuliert worden wären. Der Untersuchungsgegenstand wäre in dieser Annäherung, dass man in den multiethnischen Dörfern nicht genau messen kann, was für Verzerrungen wegen der Umwandlung in genaue statistische Zahlen Vorkommen. Die Fragen, die auf die Gegenwart (bzw. Halbvergangenheit) gerichtet sind, möchten wir in einen historischen Hintergrund einbetten. Dementsprechend: a/ demographische Geschichte der Dörfer b/ Geschichte der Änderungen in der Verwaltung c/ Lebensweise und die Naturgeographie der Dörfer d/ äusseres Verbindungsystem der Dörfer 126

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