Sárospataki Füzetek 21. (2017)
2017 / 2. szám - RESEARCH PAPERS-FORSCHUNGSMATERIALIEN - Postma Ferenc: Das testament des verstorbenen ungarischen studenten Johannes /János N. Szepsi (Franeker, den 28. april 1658) und die erfreuliche entdeckung von etlichen büchern aus seinem nachlass
Ferenc Postma no“ — verstarb, hatte er bereits alle Prüfungen abgelegt, und war er inzwischen „Sa- crae Theologiae Candidatus“ geworden: „S. Th. Cand.“ — wie uns Szepsis Grabstein meldet, der bis heute — wenn auch sehr beschädigt6 — in der großen Stadtkirche - der Franeker Martini Kirche — erhalten blieb.7 Leider kennen wir die genaue Ursache seines Todes nicht, die Archivalien der Universität schweigen darüber. Möglicherweise ist Szepsi den ungünstigen Witterungsverhältnissen in Franeker zum Opfer gefallen. Oder ist er vielleicht erst krank ja sterbenskrank geworden, als er — gerade nach seinem Ausflug übers Meer nach England — dort wieder zurückgekehrt war?8 Wie dem auch sei, fast eine Woche vor seinem Sterben, bereits am 28. April 1658, stellte er — „völlig bei Sinnen und urteilsfähig, körperlich aber schon schwach geworden“,9 und sich bewusst, „dass nichts gewisser sei als der Tod, nichts jedoch ungewisser als seine Stunde und sein Augenblick“10 - sein Testament auf. Letzteres geschah bei ihm zu Hause („in Musaeo Testa to ris“), in Anwesenheit von dem Professor für Philosophie Christophorus Munsterus,11 von dem Franeker Bürgermeister („Consul“) Hiddius Fopma12 und dem friesischen Rechtsanwalt Dr. Abelus Robijnsma,13 von dem dann amtierenden Rector Magnificus 6 Der Text seines Grabsteins ist nur noch zum Teil leserlich: Quod mortale fuit/praestantis/D. loan: Sepsi Ungari/S: Th: Candi:/[Ao. 1658.] Maii. 3. p[ie] defuncti/[sub] [ho]c [mo]num:/[...] [со] трап/[...]. - Der Stein wurde aus Szepsis eigenen Geldern bezahlt. 7 Höchstwahrscheinlich ist Szepsi jedoch in der Kirche der Universität - der sogenannten Akademiekirche - beerdigt, wo vorher und später auch die anderen verstorbenen ungarischen Peregrini zur letzten Ruhe gebettet wurden. Siehe dazu: Ferenc Postma: Das Franeker Bücherinventar des verstorbenen ungarischen Studenten Sámuel Vilmányi (Januar 1779), Magyar Könyvszemle, CXXIII, 2007/2, 233-241,235. 8 Dass Szepsi auch England besucht hatte (vermutlich von Harlingen aus), bestätigt sein Testament. - Er blieb unerwähnt bei: Berta TröcsAnyi: Magyar református theológusok Angliában а XVI. és XVII. században, Debrecen, Debreceni Angol Dolgozatok 11,1944, und gleichfalls bei: György Gömöri: Magyarországi diákok angol és skót egyetemeken, 7 526- 7 789. // Hungarian students in England and Scotland, 1526-1789, Budapest, ELTE Levéltár, Magyarországi diákok egyetemjárása az újkorban 74,2005. 9 Testament:«judicii bene potens et memoriae, quamvis corpore debilis ». 10 Testament: « morte nihil certius, ejus verő hora et momento nihil incertius esse ». 11 Siehe über Christophorus Munsterus (1614-1660): W. B. S. Boeles: Frieslands Hoogeschool en hét Rijks Athenaeum te Franeker, Band II, Leeuwarden, 1878-1889, 201-203, und gleichfalls: Sybrand Galama: Hét Wijsgerig Onderwijs aan de Hogeschool te Franeker, 1585-1817, Franeker, 1954, 62-63. Er war 1651 als Professor Logicae et PhUosophiae in Franeker berufen worden. - F[erenc] Postma - J. van Sluis (Hrsg.): Auditorium Academiae Franekerensis, Bibliographie der Reden, Disputationen und Gelegenheitsdruckwerke der Universität und des Athenäums in Franeker, 1585-1843, Leeuwarden/Ljouwert, Minsken en Boeken 23,1995,179. - Im Mai 1658 war er Mitglied des Senatus Judicialisrsiebe dazu: Appendix I. 12 Hiddius/Hidde Hessels Fopma. Im täglichen Leben war er Apotheker („Apothecarius") in Franeker. - Gerne danke ich an dieser Stelle Herrn Martin Engels (Leeuwarden) für diese Informationen und auch für seine weitere sachkundige Beratung. 13 Abelus Robijnsma war Rechtsanwalt seit dem 2. Juni 1657, siehe dazu: M. H. H. Engels (Hrsg.): Advocaten bi] het (Provinciaal Gerechtsjhof van Friesland. - Chronologische en alfabetische naamlijst, 1577-1849, Leeuwarden, 1995, 14. - Er hatte zuvor Jura studiert in Franeker - vgl. dazu: Postma - Sluis: Auditorium, Personenverzeichnis, s.v. - und hatte dort am 11. Mai 1657 146 Sárospataki Füzetek 21, 2017 -2