Sárospataki Füzetek 16. (2012)

2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Juhász Tamás: Kép és bálvány. A második parancsolat az ige egyházában

KÉP ÉS BÁLVÁNY. A MÁSODIK PARANCSOLAT AZ IGE EGYHÁZÁBAN teln des Menschen in klingende oder geschriebene Worte, Mitteilungen, Sätze. In diesem komplizierten Prozess werden die drei Hauptaktivitäten der Seele — Denken, Phantasie und Willen — in Erscheinung treten. Diese geäußerten Aktivitäten formen zusammen die drei Gebiete der Kultur: Wissenschaft, Kunst und Moral. Ich verweise auf diese — aus philosophischen oder theologischen Enzyklopädien allgemein be­kannten — Grundwahrheiten um zu zeigen: Erstens haben wir nichts gegen Bilder, die ja die Quelle allen Wissens und aller Bildung sind. Neuere Ausleger des Heidelberger Katechismus unterstreichen betont diese Tatsache gegenüber oberflächliche Kritiker der „Reformierten als Bilderstür­mer“.14 Alfred de Quervain — den ich weiter unten ausführlicher zitieren werde — verweist in dieser Hinsicht auf Luther: „Was hindert mich ein Bild, wenn mein Herz nicht daran hängt? Nun muss man solchen Bildern nicht Hals und Bein brechen, sie zerschlagen, ... sondern man muss das Volk mit dem Wort dahin bringen, dass sie kein Zuversicht haben zu den Bildern, als könnten sie ihm helfen oder als wollten sie Gott einen besonderen Dienst damit tun. Denn das Herz muss wissen, dass ihm nichts frommet noch hilft, denn Gottes Gnade und Güte allein.“15 Zweitens möchte ich mit dem Verweis auf diese Gedanken zum Begriff „Bildung“ um die — für mich ungeheuer wichtige — Stellung der geistig-geistlichen Entwicklung des Menschen und seiner Kultur in ihrer gesamten Spannweite zu unterstreichen. Denn Bilder werden im Bewusstsein des Menschen im Prozess der Bildung verin­nerlicht, geistig verarbeitet (gespeichert) und ein „gebildeter“, mündiger Mensch verwaltet sie auf souveräner Weise im Denken, Wollen und Schaffen. Bekommt er dagegen diese Bilder ständig wiederholt, und in ständiger Bewegung sogar auf dem Bildschirm, fertig vorgeprägt, wird er ein Faulenzer: unfähig zum Denken, phan­tasielos und willenlos. Eine uniforme Marionette, fabriziert zu Konsumidiotismus. Und wie der ungarische Schriftsteller Czakó Gábor neulich sagte: „ein Mongol-Idiot ist glückseliger als ein Konsum-Idiot“ Darum ist es von Bedeutung die theologische und kirchliche Relevanz des zwei­ten Gebotes immer wieder vor Augen zu halten. Bei der Schilderung der theologischen Relevanz des zweiten Gebotes geht es im folgenden Referat um ein neues Mitlesen des schon erwähnten Aufsatzes aus 1936 von Alfred de Quervain über Das zweite Gebot in der dogmatischen Arbeit — mit ei­nigen nötigen Ergänzungen. Alfred de Quervain kritisiert an drei Punkten den pro­testantischen (er sagt: „romantischen“) Missbrauch des zweiten Gebotes: (1) in der protestantischen Analogielehre, (2) in einem verkehrten Gebrauch der Gleichnisse im Kultus (vor allem in der Sakramentslehre) und (3) in der Übertreibung der Rolle von Vorbildern in der Predigt und im ethischen Handeln. Ich rede davon in Gestalt eines freien Kommentars zu den einschlägigen Aus­führungen im Heidelberger Katechismus von 1563, dessen 450. Jubiläum uns bev­orsteht. 14 Wie z. B. Eberhard Busch in: Der Freiheit zugetan. Christlicher Glaube heute — im Gespräch mit dem Heidelberger Katechismus, Neukirchen-Vluyn, Neukirchener, 1998, 253-259. 15 Zittert aus Das zweite Gebot in der dogmatischen Arbeit. In: Ernst Wolf (Hrsg.), Theologische Auf- saetze. Karl Barth zum 50. Geburtstag, Chr. Kaiser München, 1936, 191-201. 2012/3 ..i Sárospataki Füzetek 119

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