Sárospataki Füzetek 16. (2012)

2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Adriana Drint: Bibliai textusok észak-hollandiai sírfeliratokon

Eberhard Busch (Gen. 1,27), wie sollte dieser Unterschied in der Gemeinde nicht erst recht zu Eh­ren kommen? Aber was in der Gemeinde nicht stattfinden darf, ist die aus diesem Unterschied abgeleitete Konsequenz einer Ordnung, in der der Mann redet und die Frau schweigt, der Mann befiehlt und die Frau folgt. Gilt in der in Christus gegründeten Gemeinde die Gegenseitigkeit im Verhältnis zueinander und die Mündigkeit aller Glieder, dann widerspricht diese Konsequenz ihrem Haupt Jesus Christus. Dann müssen wir sagen, wie es Calvin in seinem Brief an Frauen unter Berufung auf Gal. 3,28 schrieb, die wegen ihres Glaubenszeugnisses inhaftiert waren: „Da es Gott gefallen hat, Euch zu berufen so gut wie die Männer ..., so müsst Ihr auch Eure Pflicht tun und dürft nicht feige sein. Da wir alle zusammen unser Heil haben in ihm, müssen wir einmütig, Männer wie Frauen, seine Sache führen.“10 Die Erkenntnis von der gleichen Berufung von Frauen wie Männern war in der Kirche allzu lang verdunkelt. Die Sache hat in Christus keinen Grund. Wenn das in unseren Tagen endlich einmal begriffen wird, dann ist das wegweisend für den Umgang mit all den anderen Unterschieden, zwischen den Klassen und Rassen. Aber vielleicht beginnt auch dies zu dämmern, was in Art. 32 angelegt ist: Christsein heißt, in irgendeiner je bestimmten Weise eine Aufgabe, ein Amt zu haben. Der reformierte Theologe Hendrik Berkhof hat gezeigt, dass alle Versammlung der Gemeinde zugleich ihre ausrüsten ung zu ihrer Sendung ist.11 Gemeindeleitung und Pfarramt sind wahrhaftig nicht überflüssig Ich denke, dass die Gemeindeleitung und das Pfarramt ihre unverzichtbare Bedeutung haben im Zusammenhang solcher Sammlung und Ausrüstung. Aber sie dürfen nicht wie so oft ein Hindernis bedeuten, sondern sie haben zu stärken und zu fördern, dass es zu solcher Sendung kommt. In deren Zusammenhang haben jene so genannten Laien ihre Aufgabe. Und um ihre Aufgabe wahrnehmen zu können, ist es nötig, dass sie eben mündige, auskunftsfähige Christenmenschen sind. Vielleicht ist unser Kirchenbild noch zu sehr vom Mittelalter geprägt, in dem das Gegenüber von Christengemeinde und übriger Gesellschaft identisch war mit dem Gegenüber von Amt und sogenanntem Kirchenvolk. Das hatte den Nachteil, dass dabei die Mündigkeit der Laien einfach fehlen konnte; ferner wurde der Bruch, den der Übergang vom alten Menschen zum Gotteskind bedeutet, vernebelt; und schließlich wurde das Wissen um die Sendung aller Christen in den Alltag der Welt erdrückt. Es ist zu hoffen, dass der Schwund der Selbstverständlichkeit, als Mensch des Abendlands zugleich ein Christenmensch zu sein, diesen Nachteil korrigiert. Dann wird man sich in der Kirche des Gegenübers von Christengemeinde und Bürgergemeinde bewusst und so der Sendung der Christengemeinde in allen ihren Gliedern in die übrige Gesellschaft. Das 21. Jahrhundert müsste eine Zeit werden, in der es in unserem Kirchenverständnis zu einem Wandel kommt: Weniger Kirche, an deren Vertreter ich mich wende, wenn ich zuweilen für mich etwas brauche, um ansonsten nicht vermisst zu werden, und mehr Kirche, an der ich beteiligt bin, weil mir wie alle anderen Christen darin das Bewußtsein vermittelt wird, dass alle Glieder darin gebraucht werden und dass sie vermisst werden, wenn sie sich dazu nicht rufen lassen. Und nun sage ich kurz: Glaubst du, dass der Sohn Gottes heute in unserer konkreten Kirche sich eine Gemeinde versammelt, schützt und erhält, so hast du 10 J. Calvins Lebenswerk in seinen Briefen, übers, von R. Schwarz, Neukirchen 1962, 915. 11 H. Berkhof, Theologie des Heiligen Geistes, 2. Aufl., Neukirchen-Vluyn, 1988, S. 38f. 45. 82 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2012/ > 4

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