Sárospataki Füzetek 16. (2012)

2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Adriana Drint: Bibliai textusok észak-hollandiai sírfeliratokon

E: HARD Bl dem ganzen Menschen-Geschlecht sich eine auserwählte Gemeinde“ beruft. Er versetzen t sie damit aus einem bisherigen in einen neuen Zusammenhang. Seine Berufung in seine Gemeinde ist ein Ruf heraus aus den falschen Bindungen des „Menschengeschlechts“ — faktisch ein Bruch mit dem Respekt vor dem Goldenen Kalb, vor Goliath, vor Mammon. Angesichts des Schwunds der Selbstverständlichkeit, dass ein abendländischer Mensch ein Christenmensch ist, beginnen wir heute wieder etwas von solchem Bruch zu verstehen und davon, dass er von uns beantwortet sein will auf der Linie, in der die Jünger Jesu auf den Ruf Jesu reagierten: „Sie verließen alles und folgten ihm nach“ (Lk. 5,11). Der neue Zusammenhang aber, in den er uns beruft, ist die Gemeinschaft, in der er die von ihm Berufenen zusammenführt und zusammenfügt. Das erläutert Art. 55. Er sagt zuerst, dass alle Christen „Gemeinschaft an dem Herrn Christus“ und seinen Gaben haben. Denn an ihm entspringt die Selbstverständlichkeit, dass christliches Leben Leben in Gemeinschaft ist. Er ist ja der Immanuel, die Verbürgung Gottes dafür, in der Gemeinschaft mit uns Menschen Gott zu sein. Und Jesus Christus ist die Erfüllung des Doppelgebots der Liebe, in der die Gott-Mensch-Beziehung und die Mensch-Mitmensch-Beziehung unlöslich verknüpft sind. Setzt uns der Heilige Geist zu diesem Christus in Beziehung, so heißt Glaube: „Gemeinschaft an dem Herrn Christus“. Und in Gemeinschaft mit ihm kommen wir damit auch in Gemeinschaft mit allen, mit denen er Gemeinschaft hält. Wir können nicht im Heiligen Geist Kind Gottes werden, ohne in das Miteinander mir anderen Kindern Gottes gestellt zu werden, die sich gegenseitig als Geschwister entdecken dürfen und sollen. Dass „der Sohn Gottes“ die Kirche „versammelt, schützt und erhält“, das macht ihre Glieder nicht zu unmündigen und passiven Objekten seines Tuns. Sein Wort und Werk beruft sie, darauf in Wort und Tat zu antworten. In Verbindung mit Christus, ihrem unsichtbaren Haupt, geben sie diese Antwort sichtbar in der Verbindung von Menschen zu einer Gemeinde. Die Gemeindeglieder sind dafür verantwortlich und haben dafür zu arbeiten, dass die Kirche in ihrer Gestaltung ihr geistliches Haupt bekennt. Wenn sie das unterlässt, dann wird sie auf dem Feld des Sichtbaren ihr Licht unter den Scheffel stellen und allerlei Fremdeinflüssen Tür und Tor öffnen. Ihre sichtbare Gestalt kann und soll Zeugnis geben von der Gemeinschaft „an dem Herrn Christus“. Und sie gibt davon Zeugnis, indem sie ihre Einrichtungen so ordnet, dass dadurch bezeugt wird, dass der Sohn Gottes sie versammelt, schützt und erhält. Das heißt 1.: Dem, dass ét sie versammelt, folgt sie damit, dass sie sich versammelt - nämlich um den, der sie verbindet „durch seinen Geist und sein Wort“, wie Art. 54 sagt. Sie wird versammelt durch die in der Schrift bezeugte und in Predigt und Sakramenten verkündigte Botschaft. In seinem Geist bedient sich Gott dieser Botschaft, um sich Menschen verständlich zu machen, ja, um sich mit ihnen und sie mit sich zu verbinden. Das bewegt Menschen, ihrerseits sich zu versammeln zu einer Gemeinde. Das hier verkündigte Wort fügt sie zusammen zur „Einigkeit des wahren Glaubens“. Und sie bekundet diese Einigkeit damit, dass sie sich einfindet zu einer Versammlung, in der das verkündigte Wort im Zentrum steht. Die Urgestalt sichtbarer Kirche ist für reformierte Erkenntnis daher die konkret „versammelte Gemeinde“. Diese Erkenntnis macht kritisch gegenüber einer Vorstellung von Kirche als Dachorganisation, die solche „versammelte Gemeinde“ als ihr Filiale betrachtet, statt von dieser her alle gesamtkirchlichen Einrichtungen zu verstehen. 78 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2012/3-4

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