Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK
Gibt es reale Gründe glücklich zu sein? Kosten seiner Botschaft und seiner Verbundenheit mit den Elenden. Wir beginnen jetzt wohl zu verstehen, was überhaupt glücklich heißt. Es ist die Freude daran, dass wir in der Gemeinschaft und Gegenwart des erhöhten Herrn und Heilands der Welt leben dürfen. Wir haben in diesem Licht das aufzugreifen und zu beherzigen, wozu uns Paulus ermuntert in Philipper 4,4: „Freut euch in dem Herrn allezeit. Und noch einmal sage ich: Freut euch!“ Ich unterstreiche das Wort „allezeit'. Ist das denn wirklich möglich? Auch nur im täglichen Arbeitsstress mit seinen Spannungen, ein Leben, das normalerweise alle unsere Sinn absorbiert. Und ist das erst recht möglich in den dunklen Stunden und Tagen und Jahren des Lebens: Freut euch allezeit und also auch dann? Dieser Aufruf ist nur dann kein nonsense, wenn wir uns von Calvin belehren lassen: „Es wird von uns keine Freudigkeit gefordert, die jedes Empfinden der Bitterkeit und des Schmerzens aufhebt... Wäre die Armut nicht hart, die Krankheit nicht schmerzvoll, die Schmach nicht peinigend, der Tod nicht schrecklich — was wäre es dann für eine Tapferkeit und Geduld, wenn uns das alles nichts ausmachen würde. (Nein,) alle diese Nöte quälen natürlich unser aller Herz mit der ihnen innewohnenden Bitterkeit.“ Jedoch, „seine (des Christenmenschen) Freudigkeit leuchtet daraus hervor, dass er, wenn ihn Traurigkeit und Kummer verwundet, doch in geistlichem Trost Ruhe findet.“ (Inst. III 8,8). Und wie findet er solchen Trost, so dass es mit Recht heißen kann: freut euch allezeit? Der Schlüssel dazu liegt in den drei Worten: In dem Herm\ Freut euch in ihm allezeit! Diese Freude hängt ganz und gar an ihm, von dem es im folgenden Bibelvers heißt: „Der Herr ist na- he\“ Er ist nicht weit weg, er steht vor der Tür, keine Handbreit von uns entfernt. Wir wären verloren, wenn er uns verlassen hätte. Er hat es nicht; so sind wir gerettet. Die allerletzten Worte, die der Basler Theologe Karl Barth in seinem Leben gesprochen hat, sind die Sätze, die er noch am späten Abend vor seinem Tod am Telefon seinem alten Freund Eduard Thurneysen zusprach: „Lass nur ja nie die Ohren hängen. Denn ,es wird regiert’“! 2. Eine merkwürdige Situation Blicken wir von dem jetzt Ausgeführten her nun auf unsere heutige Zeit und Welt! Ich beschreibe das aus der Sicht meiner deutschen Erfahrung, aber vermute, dass des hierzulande ähnlich zugeht. Da herrscht weithin ein merkwürdiges Missverhältnis. Auf der einen Seite wird man in den täglichen Nachrichten, namentlich im Fernsehen, förmlich überflutet von Schreckensmeldungen. Da hört man von Mord noch und noch, vom Raub eines Kindes. Da wird man konfrontiert mit Bericht über schlimme Autounfälle und Flugzeugabstürze. Man wird Augenzeuge von wilden Stürmen im Fernen Osten. Und man vernimmt: dort herrscht eine katastrophale Dürre, weil es lange nicht geregnet und Menschen nun verdursten, und dort herrscht eine katastrophale Wasserflut vom Ausmaß der biblischen Sintflut, und dort wütet eine alles verzehrende Feuersbrunst, und dort fließen Unmengen von Öl ins Meer und töten Unmengen von Meerestieren. Und wer von all diesen Nachrichten immer noch nicht genug hat, der kann gleich anschließend noch einen Kriminalfilm sehen. Verschiedene Sender haben dazu Gruseliges die Fülle im Programm. Aber wo das Leben einigermaßen gut und unfallfrei verläuft, da schaut die 2010/4 SÁROSPATAKI FÜZETEK 13