Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen
Trampus BHE: Herr Oberbürgermeister! Meine Herren! Ich muß sagen, daß ich mit großer Besorgnis und beinahe mit Trauer hier die Bemerkung vernommen habe, daß irgendein Teil hier im Stadtparlament sich vor Moskau verbeuge. Und ich muß hier erklären, wer genau wie ich Dinge erleben mußte, wer seine Heimat, seine Existenz verloren hat, der kann das hier nicht irgendwie mitmachen! Und ich glaube, es gibt keinen wirklich anständigen Deutschen, der eine Verbeugung vor den Sowjets macht! (Zuruf v. links: Sehr gut!) Ich möchte aber weiter betonen, daß vielleicht nur die Menschen das verstehen und am bestehen verstehen, die bisher auch die Not zu lindern hatten. Weiter! Wenn man die Ägyptenhilfe irgendwie besonders herausstellt, so möchte ich Ihnen sagen, daß wir für unsere Partei - Gesamtdeutscher Block BHE - diesen Antrag der SPD wirklich unterstützen; denn zu mir sind heimatverbliebene Menschen gekommen, Fliegergeschädigte, die Bomben auf den Kopf bekommen und alles verloren haben; die haben die Heimat wenigstens behalten. Aber die andern haben ihr Haus, den Hausrat, ihre Familienangehörigen verloren; ich glaube, der Unterschied ist im großen ideell zu sehen. Ich möchte deshalb auch den Antrag von Kamerad Schmorow unterstützen: 2000 Mark für die Ungarn-, 1000 M für die Ägyptenhilfe. Denn bedenken Sie dabei eines: Wir geben es ja, wie bereits gesagt wurde, dem Deutschen Roten Kreuz, und die Stelle ist nun wirklich über allem erhaben. Aber eine Bitte habe ich, daß in Zukunft solche Spitzen oder ähnliche Dinge wirklich nicht mehr fallen sollten, denn wir sind wirklich eine Gemeinschaft, die wirklich gegen Osten steht, gegen die Sowjets; das ist eine Selbstverständlichkeit, daß wir auch gegen jeden anderen Angreifer sind, der immer im Unrecht ist; daß wir moralisch da untere Pflicht tun. Ich möchte hier noch eine Bitte an Herrn Klute richten: daß wir nicht von „Ostzone" sprechen, sondern von „Sowjetzone"; denn die „Ostzone" liegt jenseits der Oder-Neiße! Mengelkamp CDU: Ja, meine Herren der SPD; ich verstehe Ihre Aufregung durchaus; aber ich glaube, wenn Sie einmal ein Gespräch mit ihren Kollegen Mellies und Werner führen, dann würde man Sie da schon ein wenig aufklären über das, was hinter solchen Erklärungen und Anträgen stecken kann und auch durchaus versteckt wird. (Zwischenruf: Oh!) Meine Herren, so ganz unpolitisch ist die Sache nun doch nicht. Ich stimme durchaus dem bei, was Herr Klute vorhin gesagt hat; aber sehen Sie einmal, wie die Entwicklung ist: Wir haben heute diesen Zusatz-Antrag, und unser Fraktionsfuhrer hat vorhin mit Recht darauf verwiesen, daß ein erster