Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen

Ich bitte, in geeigneter Weise die erforderlichen Feststellungen zu treffen und mir spätestens bis zum 3. Dezember 1956 die Anzahl der von Ihnen zur Verfügung gestellten Plätze mitzuteilen. Auch die Bevölkerung ist aufzufordern, freiwillig Unterbringungsmög­lichkeiten zur Verfügung zu stellen. Derartige Bereitwilligkeitserklärungen sind von Ihnen entgegenzunehmen und zu prüfen. Die Ihnen durch die Auf­nahme der Flüchtlinge aus Ungarn entstehenden Kosten werden vom Land auf Grund noch ergehender Weisungen übernommen; es ist an eine Regelung im Sinne der Kriegsfolgenhilfe gedacht. Wegen der Eilbedürftigkeit bitte ich um Einschaltung der Verbände der freien Wohlfahrtspflege." Die Verwaltung ist in der Lage, von sich aus eine Anzahl von Flüchtlingen zu übernehmen und unterzubringen; und wir werden von uns - vom Rate aus - einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem wir zur Hilfe, zur Linderung der Not der Ungarnflüchtlinge aufrufen und bitten, geeignete Plätze zur Verfügung zu stellen. Wie das möglich gemacht werden kann, das wollen wir noch in kleinem Kreise - ich glaube im Kreise der Fraktionsvorsitzenden - besprechen, und ich möchte von Ihnen die Bereitwilligkeit oder Zustimmung dazu, daß wir uns mit einem Aufruf an die Bevölkerung wenden können, um dieses Hilfs­werk starten zu lassen. Ich glaube, ich kann mit der Zustimmung des Rates rechnen - oder erheben sich dagegen Einwendungen? - Der Aufruf wird schnellstens erfolgen, weil bekanntlich „schnelle Hilfe" die beste Hilfe ist. Würde zu diesem Punkt das Wort noch gewünscht? - Herr Schmitz. Schmitz SPD: Zu Anfang sagten Sie, Herr Oberbürgermeister, Sie hät­ten dem Roten Kreuz tausend Mark, glaube ich, zur Linderung der Not der Ungarnflüchtlinge zur Verfügung gestellt. In Anbetracht der Gesamtsituation aber, daß nicht nur Ungarn in Not sind, sondern weil Engländer und Franzo­sen in Ägypten eingedrungen sind und das Volkerrecht verletzt haben, so daß die Bevölkerung dort in Not ist, bitte ich, den Betrag auch für die Ägypter zu erweitern. Obgm. Rustemeyer: Ich weiß nicht, ob das möglich sein wird. Mir ist noch nichts darüber bekannt, daß es da irgendeine Stelle gäbe, die derartige Hilferufe aussendet oder an die wir irgendwelche Gelder zu dem Zwecke überweisen könnten; es sei denn über das Rote Kreuz. (Schmitz SPD: Vor acht Tagen hat das Land Nordrhein-Westfalen nicht nur den Ungarn, sondern auch den Ägyptern 200 000 Mark zur Verfügung gestellt!) Könnte die Verwaltung irgendeine Auskunft darüber geben? Mir ist das im Augenblick nicht bekannt.

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