Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Zeitungsartikel

Lastwagen und Fuhrwerke gesprungen. Gestern nacht war ich noch in Budapest." Der Bauer versuchte nun, sie mit sich fortzuziehen, aber sie streifte seine Hand von ihrem Arm. „Ich habe den Kopf verloren, weil es der Zweite war", sagte sie und starrte immer noch ins Leere. „Der Erste ist im Kriege gefallen. Da war ich gerade achtundzwanzig. Eine junge Witwe. Ich dachte, es lohnt noch einmal anzufangen. Da habe ich den Zweiten geheiratet." Der Bauer sah sich verstört um. „Mein Gott", rief er, „so hören Sie doch! Das müssen Sie mir doch nicht hier draußen erzählen. Sie sind ja halb erfroren." Die Frau hörte nicht zu. „Den Ersten habe ich nicht sterben sehen, ich las nur davon. Das kann man ertragen. Aber jetzt war ich dabei. Eine Hand­granate war das. Ich habe nicht gesehen, wer sie geworfen hat. Alle warfen sie, alle schössen und schlugen. Da war plötzlich eine Handgranate da. Sie rollte vor seine Füße. Er bückte sich, um sie aufzuheben, da explodierte sie". Der Bauer schwieg. Er legte beide Hände um ihre Rechte. Sie sagte: „Haben Sie ein Stück Brot?" „Ja, ja, und heißen Kaffee und heiße Suppe. Kommen Sie nur!" „Bringen Sie mir das Brot raus." „Aber..." „Ich fange nicht wieder an", sagte die Frau leise. „Bringen Sie mir das Brot bitte raus." Der Bauer schüttelte den Kopf. „Sie kommen jetzt mit!" sagte er bestimmt und packte Sie am Arm. Aber sie riß sich los und ging an ihm vorbei auf die Straße. Er lief ihr nach. „Wohin wollen Sie denn?" schrie er, denn sie hatte sich nach links ge­wandt. „Da geht's doch zur ungarischen Grenze!" Sie ging weiter. „Ich weiß. Wollen Sie mir nicht ein Stück Brot geben?" „Sie sind wahnsinnig!" rief der Bauer außer sich. „Was wollen Sie dort?" Sie blieb stehen und blickte ihm zum ersten Male an, seit er mit ihr sprach. „Was soll ich hier?" Er schüttelte wieder den Kopf, griff nach ihren Händen und drückte sie vor seiner Brust zusammen. Er sagte eindringlich. „So darf man nicht sprechen. Man darf niemals aufgeben!" - Sie nickte. „Ja", sagte sie, „man darf nicht aufgeben. Deswegen gehe ich zurück." Ihr Gesicht war abgespannt und blaß. „Wenn Sie mir nur. .." „Brot? Das sollen Sie haben. Aber hören Sie...!" Sie hörte nicht. Sie hatte sich abgewandt und ging langsam weiter. Da lief er ins Haus, nahm einen Laib Brot aus der Kammer, vom Tisch die

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