Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Zeitungsartikel

Hemsath machte ferner darauf aufmerksam, daß die Hilfsmaßnahmen für die Ungarnflüchtlinge im Lager Bocholt durch dauernde Besuche privater und halböffentlicher Stellen gestört würden. Die Besuche erfolgten häufig ohne Benachrichtigung der Lagerverwaltung oder sogar gegen deren Verbot. Die Besucher erweckten öfters durch unrichtige Informationen falsche Hoff­nungen und gefährdeten sogar teilweise die Ungarn und ihre Verwandten. Die Vermittlung und Unterbringung der Ungarnflüchtlinge bereite keine großen Schwierigkeiten. Von den bisher in Bocholt aufgenommenen 2290 Ungarn konnten bereits 1440 Arbeit und Unterkunft erhalten. 360 werden in anderen Bundesländern bei Verwandten oder Bekannten untergebracht. Weihnachten werden sich nach den Worten des Ministers nur noch etwa 500 Ungarn im Lager befinden. Der Bergbau habe bisher rund 1000 Ungarn­flüchtlinge aus dem Lager Bocholt u. auf anderem Wege aufgenommen. 27. IKZ, 29.-30. Dezember 1956 S. 1. SOWJETISCHER ABZUG AUS UNGARN? Anzeichen einer Entspannung / Partisanenkrieg hat aufgehört Budapester Anklage gegen Stalinisten dmt Budapest, 29. 12. Von auffälligen sowjetischen Truppenbewegungen an der tschecho-slowa­kischen und rumänisch-ungarischen Grenze wird in Wien gesprochen. Nach den neuesten Meldungen sollen die Sowjets im Laufe der letzten Tage drei Divisionen - das heißt etwa ein Viertel ihrer bisher in Ungarn stationierten Truppen - über die Grenze zurückgezogen haben. Noch sind sich die politi­schen Beobachter in Wien nicht einig in der Beurteilung dieser neuen Situa­tion, sie neigen zum Teil zu der Auffassung, daß Moskau lediglich dem kri­tischen Beobachter Nehrus in Budapest, K.P.S. Menon, eine „Politik der leichten Hand" vortäuschen will. Eine kurze Erklärung Menons selbst scheint jedoch mehr den Optimisten recht zu geben, die auf eine langsame Entspannung der Situation in Ungarn hoffen. Menon, der zur Zeit mit Grippe in seinem Hotelzimmer liegt, sprach am Donnerstagabend davon, daß eine friedliche Lösung zu erhoffen sei. An­zeichen für eine solche Entspannung glaubt man in Wien in der Tatsache zu erblicken, daß die ungarische Generalstaatsanwaltschaft die Anklageschrift gegen den früheren Verteidigungsminister Frakas, gegen dessen Sohn Vladimir und eine Reihe ehemaliger hoher Offiziere des berüchtigten Staatssicherheitsdienstes AVO sowie gegen alle Anhänger des gestürzten Diktators Rakosi und der stalinistischen Richtung in Kürze fertiggestellt

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