Fazekas Rózsa: Gróf Károlyi György naplófeljegyzései 1833–1836 - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 26. (Nyíregyháza, 2003)

Függelék - A naplófeljegyzések német nyelvű szövege

äußerst angenehm, und ich bin recht froh, einen Salon zu haben, wo ich, wenn nichts anders losgeht, täglich hingehen kann. 9. [Jänner], Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und ich fand gerade noch vor der Dämmerung eine halbe Stunde, um eine Promenade in der Villa zu machen. Abends blieb ich zu Hause beinahe téte á téte mit dem Herzog. Der Abend verging uns doch ziemlich schnell, und ich ging erst um Mitternacht zu Bett. Das Wetter ist noch immerfort regnerisch und stürmisch. Das Meer bietet zwar von meinem Fenster einen schönen Anblick, aber der unaufhörliche Regen ist doch unangenehm in einem Land, wo man an den schönen Himmel so gewöhnt ist. Gestern 9. hatte ich einer der soirees beigewohnt, die unglücklicher Weise bei unserem Minister gr. Lebz [eitern] stattfand. Es hätte eine masquarade sein sollen, wo zu sich jedoch wenige pretirten (!), und die wenigen, worunter ich auch war, sahen höchst unzufrieden und gelangweilt aus. Il y avait de tout. Tableaux, danse d'enfants, marionettes vivantes, vaudeville, mais tout cela assez mal arrangé et tout le monde avait F air ennuyé, aussi j' étais bien aise quand la fête arrivait à sa fin. Je n' ai fait ancune nouvelle connaissance, je n' avais pas envie de me faire présenter dans ce costume ridicule, etje n' étais pas du tout d' humeur pour être aimable. J'étais voir ce matin Mme P[otocka] que j' ai trouvée encore bien fatiguée d' hier où elle s' est trouvée mal, quelle agréable et intéressante personne, voll Gefühl, und Sentimentalität eben so viel, als ich es bei einer Frau gerne sehe, dabei voller Talent und recht viel Instruktion, wie Jammer, Schade, daß ihre Gesundheit, so kurze existence befürchten läßt. Ich müßte mich sehr irren, wenn sie länger, als ein paar Jahre lebt. Besonders interessantes hört man hier wenig, les nouvelles du jours kümmern die Leute nicht viel, politique ist wie in einem jeden absoluten Staat verpönt, wenigstens in den Zirkeln der großen Welt, diplomatischen Korps etc., hört man dieses Thema kaum berühren, und der Fremde findet wirklich in jeder Beziehung wenig Geistesnahrung. Hingegen kann man den schönen Himmel bewundern und später werde ich einige interessante excursionen nach Pompei, Paestum etc. machen. In diesem Augenblick habe ich wirklich gar keine sérieuse Beschäftigung, nicht einmal eine ernste lecture und Romane, mit denen mich die Damen aller Nationen in Überfluß fournir. Einige Visiten in der Früh, etwas Gesellschaft des Abends und in den Mittagsstunden spazieren fahren oder reiten, dieß sind

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