Szabolcs-Szatmár-Beregi levéltári évkönyv 14. (Nyíregyháza, 2000)
Rezümék (angol, német)
Protokolle (prothocollum) und Schriftstücke (acta). Seit dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts (1723) wurde die Ordnung des bis dahin ungeordneten Schriftgutes in Folge des stufenweise erfolgten Ausbaus der zentralen staatlichen Verwaltungs- und Rechtsprechungsordnung sowohl für die Verwaltung als auch für die Rechtsprechung unentbehrlich. In Folge der zentralen Regierungsmaßnahmen beauftragte die Komitatsversammlung 1767 den früheren Konventregistrator aus Lelesz, Ferenc Schemberger, mit der Auflistung des etwa 70 Lfm umfassenden ungeordneten Schriftgutes. Ferenc Schemberger war vielleicht der am besten ausgebildete Registrator im 18. Jahrhundert. Im Zuge einer Arbeit in 20 Jahren legte er mit einer bis heute nicht erreichten Präzision Listenbücher (elenchus) und ergänzende Findbücher (index) auf, die sämtliche Objekte, Orte und Namen aus den Schriftstücken erfassen. Nach seinen Richtlinien wurde auch die Ordnung des Archivs des Komitats Ung durchgeführt und nach 1789 verrichtete er selbst auch die Ordnung des Archivs des Komitats Szatmár. Er verstarb in Nagykároly (Großkarol), 1801 wurde er schon als gestorben erwähnt. ISTVÁN FODOR Die Archive in der Wojwodina an der Jahrtausendwende Das archivalische System in der Wojwodina wurde 1946 errichtet. Seitdem spielten sich auf dem Territorium Jugoslawiens früher für undenkbar gehaltene gesellschaftliche-politische Änderungen ab. Glücklicherweise veränderten diese den Sammelbereich und die Zuständigkeit der Archive nicht. In der Wojwodina übten in den vergangenen fünfzig Jahren und üben auch heute noch zehn Archive die Bewahrung des Archiv- und Registraturgutes aus. In diesen Einrichtungen gab es an der Jahrtausendwende über 42.000 Lfm Schriftgut, unterteilt auf fast 6.000 Fonds. Über die archivalischen Fonds und Sammlungen erschien in Jugoslawien 1977 ein einheitliches, alle Archive Jugoslawiens umfassendes Fondverzeichnis. Seitdem ließ fast ein jedes Archiv in der Wojwodina seinen eigenen, ergänzten Führer erscheinen. Aus diesen geht hervor, daß es in jedem Archiv ungarischsprachiges Material vorhanden ist, im Archiv in Zenta macht das z.B. 35 % des gesamten Schriftgutes aus. Von den 117 Archivaren sind 31 in der Lage, das ungarische Material zu bearbeiten (laut Statistik aus dem Jahre 1992). Seitdem sind diese Proportionen um etwas schlechter geworden. Die Erforschung des Archivmaterials stößt für die einheimischen Forscher auf keine besonderen Schwierigkeiten, die aus dem Ausland bedürfen aber zu einem Archivbesuch einer ministeriellen Genehmigung. Weder in der Wojwodina noch in Serbien erfolgt eine institutionalisierte (schulische) Archivarausbildung. Im allgemeinen sind es Historiker, Lehrer, Ökonome, die nach einem einjährigen Praktikum und nach Bestehen besonderer Prüfungen den Titel eines Archivars erwerben. Diesen sich daraus ergebenden Mangelerscheinungen versuchen die Vereinigungen der Archivare in der Wojwodina bzw. in Serbien durch die Herausgabe von Fachzeitschriften und durch die häufige Abhaltung von Tagungen entgegenzuwirken. Das Historische Archiv in Zenta nimmt seine Aufgaben in Tiszamente in der Batschka wahr. Sein Sitz ist in Zenta, dort sind zehn Mitarbeiter angestellt, in der Filiale in Obecse sind fünf Mitarbeiter tätig. In unseren Gebäuden, die in zwei Ortschaften stehen, werden 4.300 Lfm Schriftgut, bzw. 753 Fonds verwaltet. Für das gesamte Ungartum in der Wojwodina besitzt die Ortgeschichtsforschung in Zenta, bzw. die Verlegertätigkeit eine besondere Bedeutung, zur letztgenannten sichert der Gyula