Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)

DIE GESCHICHTE DES SZÉKESFEHÉRVÁRER ARCHIVS

montiert und das Archiv bekam auch Eisengitter vor die Fenster und Türe. 3 Vorher, bei der Beamtenneuwahl im Jahre 1 727 half auch die Ungarische Kammer bei der Unterbringung der Schrifte des Archivs. Die Aufsicht des Archivs übte auch in den 1 730-er Jahren der Hauptnotar aus, er verfügte auch über den Schlüssel. Das kommt auch aus der Konflikt zwischen dem städtischen Hauptnotar, Adam Fribeisz und dem Stadtrichter János Nagy hervor. Der Stadtrichter ver­weigerte den Schlüssel dem Hauptnotar zu überreichen. Der Stadt­richter fühlte sich deswegen in seiner offiziellen Würde beleidigt und unterbreitete die Angelegenheit an einer Ratssitzung. Der Hauptnotar Fribeisz wurde von dem Rat seines Amtes enthoben und die Kammer wurde erbeten, ihn endgültig zu entlassen. Der Prozeß endete schließ­lich mit der Abbitte des Hauptnotars. In dem Archiv wurden nicht nur die Akten des Rates und des Ge­richtshofes aufbewahrt, hier wurden auch der Stadtstempel, die Gel­der der Stadt, später auch die Urkunden der Adeligen untergebracht. Uber die Unterbringung des Archivs in den nächsten Jahrzehnten gibt es keine weiteren Angaben. Im Jahre 1770 wurde die neue Kanz­lei aufgebaut; 4 früher meldete man der Ungarischen Kanzlei, daß die Büros insofern nicht zu benutzen sind, daß dort die Beamten ihre Aufgaben nicht erledigen können. 5 In der zweiten Hälfte der 1780-er Jahre wissen wir über die Einrichtung des Archivs Bescheid. Es wur­den Schränke für die Schriftenkopien gefertigt aber die Akten wurden auch in Ledersäcken aufbewahrt. 6 * Die Aufsicht des Archivs übte nach der Verjagung der Türken ganz bis zur Umorganisation unter König József der Hauptnotar aus. In dem XVIII-ten Jahrhundert verwaltete ein innerer Ratsmitglied das Archiv, manchmal auch einer der Notare. Die tatsächliche Arbeit machte aber eher einer der Kanzleiangestellten des Notariats. Die Schreiber machten die ziemlich vielfältige Sachbearbeitung. Dazu ge­hörten die Kanzlei-Arbeite, die Eintreibung des Dezimals, die Auf­sicht der Weinbergkeller, usw. Die Schreiber waren Beamten des Stadtrates, sie konnten sich meistens für diese Arbeit bewerben. Auf der Stadtkanzlei arbeiteten zwei Schreiber.

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