Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)
GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER SZÉKESFEHÉRVÁR
Eine besondere Rolle spielte unter den Veranstaltungen die zur Zeit der kirchenpolitischen Kriege in Székesfehérvár veranstaltete katholische Großversammlung. Hier wurde am 1 7-ten November 1894 die Katholische Volkspartei gegründet, wichtige Tätigkeit hatten dabei die Grafen Nándor Zichy und Miklós Móric Esterházy (beide waren Vertreter der kirchenpolitischen Opposition). Die gesellschaftliche Entwicklung, die Landesveranstaltungen und Ausstellungen sicherten die Entwicklung der Presse. Eine interessante Zeitung war das erste Fachblatt für Vinzier, erschienen zwischen 1862-65. Die Wochenblätter erschienen ziemlich spät, 1871, das erste gesellschaftliche Wochenblatt der Stadt bzw. des Komitates war „Székesfejérvár". In dem nächsten Jahr erschien ein neues Wochenblatt, redigiert vom Hauptarchivaren (Fejér megyei Közlöny), es war aber nicht marktfähig und war bald zu Ende. Ab 1874 erschien das bedeutendste Blatt des Dualismus: „Székesfehérvár és Vidéke", es vertrat etwa 35 Jahre lang die Unabhängigkeitspolitik. 1 895 kaufte es die Székesfehérvárer Politischer Verlag AG, damit geriet es in den Interessentenkreis der Liberalen. Die Unabhängigkeitspolitik war 1 896 durch die „Székesfehérvári Hírlap" vertreten. Nach der Jahrhundertwende funktionierten in der Stadt 29 Schulen wie Gymnasium, Realschule, obere Realschule, Handelsschule, Handwerkerschule, Gefängnisschule, usw. Das einzige Institut oberster Stufe war das Pfarrerseminar. In Székesfehérvár war die städtische Munizipalbehörde der größte Institutionsverwalter, auf Komitatsebene war das die Kirche. In den nächsten Jahrzehnten nahm die Zahl der Schulen zu und die Schulen wurden auch erweitert. In den 1930-er Jahren wurden in den Außenstädten Grundschulen gebaut. Parallel mit den Schulen wurden in der Stadt auch einige soziale Institutionen ins Leben gerufen. Neben den früher gegründeten Altersheim, Waisenhaus, Spital, Sanatorium (Bau und Aufbehaltung durch Stiftungen) wurden Korrektionsanstalt und Kriegswaiseninstitut gebaut. Zum Anfang der 1900-er Jahre gestaltete sich die Infrastruktur einer modernen Stadt, trotzdem wurde die Stadt auch weiterhin unter den Agrarstädten erwähnt. Im Gegensatz zum Komitat Fejér - das überwiegend aus Großbesitzen bestand - war Székesfehérvár ein einzelner Großbesitz, der in Mietstücken benutzt war. Ein Viertel der