Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Ermittlung

verzweifelt. Es klingelte plötzlich. Zwei Polizisten standen wieder in der Tür. Ziehen Sie sich an, Sie müssen mit zur Polizei!' — sagten sie. Ich wurde ärgerlich und sehr nervös, weil sie immer alles in der Nacht, in der Finsternis tun. Empört sagte ich ihnen: Ich gehe nirgendwohin. Wenn Sie was wollen, kommen Sie herein! Hier antworte ich, aber ich gehe nicht. Am Tag gern, aber in der Nacht gehe ich nirgendwohin.' Meine Schwiegermutter sagte auch: Ich lasse sie nicht allein. Wenn es sein muss, gehe ich auch mit.' Es stellte sich heraus, ich musste nur deswegen in der Nacht zur Polizei, damit man mir mitteilt, am nächsten Tag um 8 Uhr muss ich mich an der Polizei in Szentgotthärd melden. Ich kann nicht um 8 Uhr dort sein, der Zug kommt erst um 8.45 an.' - antwortete ich. Darauf fingen sie an, mit mir zu schreien, es sei nur ein Vorwand. Ich war sehr ruhig, der Herrgott gab mir dann eine große, große Kraft. Er war mir noch nie so nah, wie damals. Ich fragte den Polizisten: 'Haben Sie denn einen Fahrplan? Wenn schon, können Sie es darin sehen, wenn Sie aber keinen haben, drüben ist der Bahnhof, gehen Sie hin und fragen Sie, bitte.' Er ging hin und als er zurückkam, gab er mir recht. Er rief in Szentgotthärd an und teilte mit, ich kann nicht um 8 Uhr dort sein, erst um 8.45. Man antwortete: Sie soll in Könnend aussteigen und wir holen sie mit Auto ab, sie muss um 8 Uhr hier sein.' Am nächsten Morgen stieg ich in Körmend aus, wo mich der Fahrdienstleiter erwartete, er war sehr nett. Kein Auto holte mich aber ab. Der Zug von 9 Uhr fuhr auch schon vorbei, aber ich stieg nicht ein. Hat man mich vergessen? Mit dem nächsten Zug fuhr ich doch nach Szentgotthärd, denn ich war gespannt, was man von mir wollte. Meinem Vater erzählte ein Polizist, ich würde nach Szentgotthärd gebracht und er wartete bei jedem Zug auf mich. Er war auch da, als ich ankam, weinte sehr und sagte: 'Ich lasse dich nicht allein. Ich begleite dich zur Polizei und werde auf dich warten. Ich werde hier Spazierengehen, bis du kommst.' In der Wachstube meldete ich mich und stellte mich vor. Man begann mit mir zu schreien: 'Sollten Sie erst jetzt kommen? 95

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