Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Ermittlung

Über die Ermittlung verrät die Tatsache viel, welche Personen daran teilnahmen. Béla Klamerusz und seinem Stellvertreter, László Illés übertrug man einen wichtigen Teil in der Aufdeckung der „Sache“. Es ist zu bemerken, dass früher beide Beamte der Staatssicherheitsbehörde (ÁVH) waren, zuerst im Komitat Zala und ab 1956 in Szombathely, dann wurden sie von der ÁVH beauftragt, kirchliche Personen zu ermitteln und Agenten einzusetzen. Sie galten als berüchtigte und sehr harte ÁVO­­Beamte, besonders kirchlichen Personen gegenüber. Im Juni 1957 wurden die Priester während der Exerzitien im Bischofspalast nachts geschlagen. Beide waren daran beteiligt. Außer den beiden nahm auch die örtliche Polizei an der Ermittlung teil. Die Ermittlungsbeamten György Virág und György Köncz waren unter den Polizisten in Szentgotthárd am härtesten und am gewalttätigsten. Das werden auch die Bekenntnisse unten bezeugen. Damals war György Kaposi der Stadtpolizeipräsident in Szentgotthárd. Ab 1957 leitete er das Polizeipräsidium. Es ist wichtig zu wissen, dass er nach der Errichtung der ÁVH 1947 in den Personalstand im Komitat Vas aufgenommen wurde. Er leistete auf kirchlichem Gebiet operative Arbeit. Seine Aufgabe bestand darin, Priester zu beobachten und über ihre Tätigkeiten, Aufenthaltsorte und Beziehungen Meldung zu machen. 1952 wurde er aus der ÁVH entlassen und war als Beamter der am 18. Mai 1951 errichteten Staatlichen Kirchenbehörde (ÁEH) tätig bis 1956. In der Nacht des Martyrertodes hielt er sich nicht in Szentgotthárd auf, er war auf einer Studiendienstreise in Budapest. An der Ermittlung durfte er nicht teilnehmen. Die Ermittlung 83

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