Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

und sein Leben fúr die Sache Jesu hingab, war er 26 Jahre alt. Genauso alt wie ich jetzt bin. Unwillkürlich tauchte in mir die Frage auf: ob ich es auch auf mich nehmen könnte? Wie weit lebe ich für die Sache Jesu? Liebe Schwestern und Brüder, ich stelle diese Fragen, denn sie sollen im Herzen jedes Gläubigen anwesend sein. Nicht nur mit Worten sollen wir für Jesus etwas Großes Vorhaben, sondern auch mit unserem Leben bezeugen, dass wir Ihm zugehören. Liebe Schwestern und Brüder! Als ich die Lebensgeschichte von Kaplan János kennengelernt habe, haben mich die Tapferkeit und der Glaube dieses jungen Priesters mitgerissen, dass er in jener Nacht losging, um der Sache Jesu zu dienen. Er kümmerte sich nicht um die Gefahren, er kümmerte sich nicht um die ernsten Gefahren jenes Zeitalters, als es schwierig war, Christ zu sein, und noch schwieriger, Priester zu sein. Er ist mir zum Vorbild geworden. Ich habe mir ein Wort gewählt, das mein Primizspruch war und mit dem Leben von Kaplan János zusammenhängt: „Du aber halte stand, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist, du weißt ja, von wem du es gelernt hast!“ Die Meilensteile eines Priesterlebens sind nicht die Argumente. Keine menschlichen Argumente können uns überzeugen, dass wir Priester werden und Gott dienen, sondern das Vertrauen, allein das unbedingte Vertrauen auf Gott ist es, das den Menschen im Dienst Gottes festhält. Auch Kaplan János, wie jeder Mensch, der sich auf das Priestertum vorberei­tet, machte sich im Priesterseminar innerlich bereit zu der Sendung, die jedem Priester eigen ist. Sie war auch die Sendung von Johannes dem Täufer, wie wir es heute im Evangelium gehört haben: „Bereitet den Weg des Herrn, ebnet seine Pfade!“ Dies ist der Dienst jedes Priesters, um sich auf die Berufung vorzubereiten, die Gott für ihn bestimmt hat und zu der Gott ihn berufen hat. Auf diese Berufung haben wir unsere Seele vor­bereitet und haben viel gelernt. Aber was viel, viel wichtiger ist 177

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