Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

Niemand sagte, niemand konnte etwas Negatives über ihn sagen. Er war ein junger, begeisterter und Gott gegenüber engagierter Priester, jeder liebte und schätzte ihn, von den Jugendlichen bis zu den Alten. Er war ein Freund der Kinder. Seine Art und Weise gewann jeden, seine Hilfsbereitschaft und jugendliche Heiterkeit fanden Gefallen unter den Gläubigen. War etwa gerade dies seine Sünde? Die atheistische Diktatur kämpfte mit allen möglichen Mitteln gegen Gott, die Religion und die Kirche, ihr Ziel war es, die Kirche und die Religion zu vernichten. Der Tod von János Brenner ist immer noch nicht aufgedeckt. Wir wissen heute nicht mehr als damals. Das ist aber nicht wichtig.. Egal wer der Mörder oder die Mörder waren, sie müssen vor Gott Rechenschaft geben. Es ist wohl bekannt unter den Gläubigen, dass nach János Brenner ich in die Pfarrei von Rábakethely eingesetzt wurde, am 1. März 1958. Wenn es zur Sprache kam, wurde ich fast immer gefragt: Hatten Sie keine Angst hinzugehen? Als der Mord geschah, studierte ich als geweihter Priester im Zentralseminar in Budapest. Ich kann mich gut daran erinnern, dass am 21. Dezember in der Eucharistiefeier in der Universitätskirche Weihe gespendet wurde. Nach der Eucharistiefeier erfuhren wir die traurige Nachricht. Nach Weihnachten schrieb mir meine Mutter in einem Brief, dass der Pfarrer meines Heimatortes, Herr Dekan Baráth, bei ihnen gewe­sen wäre und erzählt hätte, was in Rábakethely geschehen war. Er hätte noch hinzugefügt, dass ich nach Rábakethely meine Disposition bekäme. Meine Mutter schrieb: Du darfst aber auf keinen Fall hin! Damals war ich auch erschrocken, aber die Angst ging vorbei, und als ich nach Rábakethely kam - Gott sei Dank, dass ich es sagen kann hatte ich keine Angst mehr. Insgesamt zweieinhalb Jahre verbrachte ich in der Pfarrei in Rábakethely. Es ist schwierig, diese Zeit zu beschreiben. Während der Verfolgung durch Diokletian brachte man den Bischof von 149

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