Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Bekenntnisse

Glocke lag ein grüner Hut. Der Hund Kántor war da, er ist ein sehr berühmter Hund. Ein Buch ist über ihn erschienen, das ich auch habe. Der Hund wurde also losgelassen und der Maulkorb wurde ihm abgenommen. Man sagte uns, alle sollten wir ruhig bleiben, er tut uns nichts, wir brauchen nicht zu erschrecken. Es war doch keine angenehme Sache, dass ein so riesiger Hund einen umwitterte. Er ging zu jedem. Er witterte auch um mich herum, auch hier in den Mantelärmel hinein, überall und bei allen der Reihe nach.- Gab er bei Tóka währenddessen ein Signal?- Nein, bei dieser Witterung gab er bei keinem ein Signal. Er ging angeblich in das Haus von Tóka. Er hatte nämlich in Zsida ein Haus. Dort fand man Blutspuren. Aber es hieß, er wäre am Vorabend beim Schweineschlachten gewesen, deshalb wäre sein Kleid blutig, usw. Bei diesem Mal wurde Tóka festgenom­men. Das ist auch eine interessante Sache. Er wurde zweimal zum Tode verurteilt. Die erste Verhandlung fand hier in dem jetzigen Bürgermeisteramt in Szentgotthárd statt. Viele gingen hin, ich war nicht mit dabei. Hier wurde er in erster Instanz zum Tode verurteilt. Danach erhob er Einspruch, wurde aber in zweiter Instanz zum Tode verurteilt. Später wurde er vor dem Obersten Gericht freigesprochen. Und jetzt frage ich, was für ein Gericht es war, das jemanden einfach so zum Tode verurteilt. Das zum Tode Verurteilen ist ja doch eine ernste Sache. Deshalb meinen wir, dass es eine gekünstelte Sache war. József Brenner- Vermutlich konnte e i n Mensch den Mord nicht begehen. Ein Mensch wäre nicht fähig gewesen, alles so zu vollziehen, wie es im Drehbuch stand. Wir waren dessen von Anfang an sicher. Wir meinten jedoch, ich selbst auch, dass die Personen, die in den Prozess verwickelt waren, etwas mit dem Mord zu tun gehabt hatten. Aber keiner wusste, wer welche Rolle dabei 126

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