Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Bekenntnisse
geben. Er war aber nicht bereit. Deshalb hatte er in der Woche einen Tag, soviel ich weiß, den Mittwoch, an dem die Staatssicherheitsleute jede Woche kamen, ihn mitnahmen und ständig schlugen. Wenn er an einem Mittwoch eben am Balaton war, dann nahm man ihn am Balaton fest und warf ihn ins Auto. Er selbst erzählte mir, dass er sich zu diesem Anlass immer gut angezogen hätte, und wenn man anfing, ihn zu schlagen, hätte er geschrieen. Erzsébet Kurucz - Nicht nur damals, bis heute habe ich Angst. Man fragt mich oft: hast du keine Angst? Ich antworte: ich sage nur die Wahrheit. Hier politisierten die Priester nicht, das war nicht ihre Art. Das geistliche Leben war für sie wichtiger. In der Pfarrei von Rábakethely blühte das geistliche Leben. Es gab verschiedene Vereine: Kongregatio, Altarverein, Rosenkranzgruppe, Herz-Jesu-Verein, alles gab es hier. Das fiel der Partei auf, sie wollte das ein bisschen lahm legen, sonst ginge es mit der Partei nicht vorwärts. Wer so etwas vorhatte, war der größte Sünder. Nicht der, der es ausführte oder die es ausführten, sondern der, der es sich ausdachte. Kanonok Gyula Szabó, Pfarrer im Ruhestand - Am 20. Februar hatte ich Rigorosum. Nachdem ich es bestanden hatte, rief ich den Herrn Bischof an und schickte ihm ein Telegramm. Am nächsten Tag meldete er sich, er möchte mit mir zu Mittag sprechen. Noch vorher - es sei mir erlaubt, dies zu erzählen - schickte mir meine Mutter nach Weihnachten einen Brief. Sie schrieb, Herr Dekan wäre bei ihnen, meinen Eltern, gewesen und hätte erzählt, was in Rábakethely geschehen war. Sie fügte noch hinzu, Herr Dekan hätte gesagt, ich werde dorthin eingesetzt. „Aber geh bitte auf keinen Fall hin!“ Damals trat ein bestimmter psychologischer Augenblick 122