Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Bekenntnisse
Erzsébet Kurucz Die erste Pfarrstelle von János war Rábakethely. Sein Vorgesetzter, Pfarrer Dr. Ferenc Kozma, ehemaliger Spiritual, war ein geistlicher Mensch und gab ein gutes Beispiel. Beide brachten die Pfarrei zum Blühen. Die Pfarrei war zwar materiell arm, aber geistlich reich. Die Beliebtheit des Herrn Kaplan fiel jedem auf. Er hatte für jeden ein gutes Wort, lächelte immer und seine Augen strahlten, denn er lebte seine priesterliche Berufung mit reinem Gewissen. Rozália Dremmel Ich kannte den ehrwürdigen Herrn Kaplan sehr gut, denn ich ging zweimal in der Woche ins Pfarrhaus und half Málcsi beim Putzen und bei allem. Der Herr Kaplan nannte uns Schwestern. Wenn er mich erblickte, rief er Málcsi zu: „Da kommt Ihre Schwester!“ Wir mochten ihn sehr. Er liebte jeden gleich, von den Kindern bis zu den Alten. Ferenc Rimfel Zum Mord muss man noch wissen, dass ein Polizist in jener Nacht am Straßenrand stand und beobachtete, was im Pfarrhaus geschah, wer kam und ging. Beim ehrwürdigen Herrn Kaplan verweilten Jugendliche oft bis 22 oder 23 Uhr. Dann gehört noch dazu, dass die Polizisten in jener Nacht einen großen Ball hatten und Jugendliche in der Gegend herumschlichen, die später in den Mord verwickelt wurden. Als die Ermittlungsbeamten im Pfarrhaus eintrafen und auch Herr Pfarrer von Farkasfalva ankam, war die erste Frage, zu wem der Herr Kaplan gegangen wäre. Im Pfarrhaus lag ein Buch, das sogenannte Krankenversehbuch, in das man eintrug, zu welchem Kranken man ging und wem Sakramente gespendet wurden. Der Herr Pfarrer trat an das Buch heran und sah den Namen des Kranken eingetragen. Aber dann 112