Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Ermittlung

Im Bezug auf Tibor Kóczán heißt es auf der 7. Seite der Gerichtsakte Nr. B.XVI.5472/1965: „Der Angeklagte war während seiner Schuljahre Messdiener in der Kirche in Räbakethely. Er kannte ausgezeichnet das Pfarrhaus und die dortigen Gewohnheiten, weshalb er wusste, in welchem Schrank die Kollekte aufbewahrt wurde, und darüber informiert war, dass eine Sammlung im Dorf für den Kirchenbau in Máriaújfalu (das Geld wurde nicht für Máriaújfalu, sondern Magyarlak gesammelt, der Verfasser) vorgenenommen wird, weil der Pfarrer von Räbakethely, Ferenc Kozma, die Gläubigen in seinen Predigten regelmäßig aufforderte, für den Kirchbau zu spenden. Dem Angeklagten war auch bekannt, dass das gesammelte Geld im Pfarrhaus aufbewahrt wurde. (...) Der Angeklagte war auch in der Zeit Messdiener, als er sich als Auszubildender in Győr aufhielt. Am Samstag und Sonntag, wenn er nach Hause, nach Räbakethely, fuhr, ging er weiterhin in die Kirche, um zu mi­­nistrieren. “ Auf der 8. Seite in der gleichen Gerichtsakte, eine halbe Seite nach dem oben Erwähnten, heißt es: „ Vom Sehen kannte der Angeklagte Kaplan János Brenner. Da er aber nie mit ihm redete, kannte János Brenner umgekehrt den Angeklagten nicht. “ Wenn Tibor Kóczán Messdiener bei Kaplan Brenner war, musste er ihn eigentlich kennen. In der Gerichtsakte heißt es: „ Tibor Kóczán rechnete damit, dass der Priester zum nicht existierenden Kranken ginge, währenddessen er das Pfarrhaus ausrauben konnte. Der Priester bat ihn aber, ihn zu begleiten. Er erschrak darüber, dass er den Priester zu seinem gesunden Vater begleiten sollte und fürchtete sich, was jener 104

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