Dobri Mária (szerk.): Szily János Szombathely első püspöke 1799-1999 Emlékkönyv (Szombathely, 1999)

Sosztarits Ottó: Szily, Schönvisner és Savaria története

Otto Sosztarits: Szily, Schönvisner und die Geschichte von Szombathely In seinem vom 24. Jänner 1791 datierten Brief unterrichtete István Schoenvisner seinen Auftraggeber, den Bischof János Szily, über den bevorstehenden Ab­schluss seiner Arbeit. Einige Monate später kam dann, nach einer fünfjährigen Forschungs- und Vorbereitungsarbeit, das Buch „Antiquitatum et historiae Saba­­riensis” aus der Druckerei, die erste Städtemonografie Ungarns. Szilys Wahl fiel nicht zufällig auf den gelehrten Professor der Ofener Universität, der auch Kus­tos ihrer Bücherei war, da Schoenvisners Name schon damals berühmt war auf Grund seiner wissenschaftlichen Erfolge. Im Jahr 1778 erschloss er die grosse Bäderanlange des Legionslagers in Aquincum und veröffentlichte mit beispiello­ser Schnelligkeit die Ausgrabungsergebnisse noch im gleichen Jahr. Seine Publi­kation wurde zum ersten archeologischen Fachbuch Ungarns und kann noch heute auf Grund der Aufschliessungen, der präzisen Beschreibungen, der Auf­nahmen und der Rekonstruktionszeichnungen als epochale Arbeit bezeichnet werden. In seinem über Savaria geschriebenen Buch suchen wir vergebens nach Zeichnungen oder Beschreibungen der monumentalen Römerbauten. Grund die­ses auffallenden Mangels könnte die Tatsache liefern, dass zum Zeitpunkt des Erstellen des Buchmanuskriptes sowohl das Priesterseminar (1778) wie auch das bischöfliche Palais (1783) bereits standen, doch die Fundierungsarbeiten der Domkirche noch nicht begonnen wurden, wodurch Schoenvisner die bei dem Bau aufgefundenen Gebäudereste nicht zu Gesicht bekommen konnte. So musste sich der Autor auf die Geschichte der Stadt und der Provinz stützen und auf Angaben antiker Autoren. Die von Bischof Szily gesammelten Steinplastiken samt ihrer Aufschriften bilden den bedeutendsten archeologischen Teil des Wer­kes. Ihre Beschreibung ist umso mehr bedeutend, weil etwa die Hälfte der fünf­zig steinernen Relikte seither verschollen ist, wodurch wir allein aus Schönvis­­ners Buch Zeichnung und Beschreibung über sie besitzen. 93

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