Borza Tibor (szerk.): A Magyar Kereskedelmi és Vendéglátóipari Múzeum évkönyve 1970 (Budapest, Magyar Kereskedelmi és Vendéglátóipari Múzeum, 1970)
Gundel Imre: Adalékok az étlap, menülap, árlap történetéhez
IMRE GUNDEL BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DER SPEISEKARTE, MENÜKARTE UND PREISLISTE Ausser der Beschreibung der vier Arten von Druckschriften, die den Zwecken der Bekanntgabe des Warenangebots, der Warenauswahl und des Preises, der Beköstigung und des Unterhaltungsprogramms dienen, setzt sich die Abhandlung das Ziel, das Erscheinen der Speisekarten. Weinkarten und Menükarten, bzw. ihre Entwicklungsgeschichte in Ungarn darzulegen. Die Vorläufer der Menükarte sind schon bei den Römern zu finden, ihre neuzeitliche Form dagegen erscheint erst im 15—16. Jahrhundert. Das Auftreten der Speisekarte war eine notwendige Folge der Entstehung des ersten Restaurants, bzw. der à la carte-Form der Speisung; dies erfolgte in Paris bzw. in Wien in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts, in Ungarn in den 10er Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Verfasser bespricht dreizehn Speisekarten aus den Jahren 1834— 1892 und berührt dabei formelle, technische, inhaltliche und sprachliche Beziehungen, weist auf die seitdem eingetretenen Veränderungen in den Verbrauchergewohnheiten hin. Die aus einem Blatt bestehenden Speise- und Getränkpreislisten des 19. Jahrhunderts erweiterten sich um die Jahrhundertwende zu 8 bis 12 seitigen Heften, die mit verschiedenen Anzeigen und Aufrufen gefüllt waren, inhaltlich jedoch nur wenige Veränderungen zeigten. Das älteste erhaltene Exemplar der von der Speisekarte getrennten selbständigen Weinkarte stammt aus den Jahren nach 1890. Der Höhepunkt in der sozusagen verschwenderischen Reichhaltigkeit in der Auswahl sowohl von Getränken als auch von Speisen war in den 30er Jahren in einigen bürgerlichen Gasthäusern der Hauptstadt erreicht. Abschliessend erwähnt der Verfasser einige Kuriosa, danach teilt er mit, dass seine Abhandlung über die Menükarten. Preislisten und Programmhefte im nächsten Jahrbuch erscheinen wird. 250