Tűzoltó Múzeum évkönyve 1. 1984 (Budapest, 1984)

Szilágyi János: Tűzvédelem Aquincumban és a római birodalom más városaiban

pen und Wollabfällen her, offenbar für die ärmsten Bevölkerungs­schichten. Cento hiess auch jener rauhe Grobstoff, der in Essig oder Wasser getaucht nur schwer Feuer fing, so dass er sieht für Feuerlöschzwccke recht gut eignete, indem man solche befeudhtetc Decken über die bren­nenden Gegenstände breitete und auf diese Weise das Feuer zu erstic­ken suchte. Auf die innere Organisation der römischen Reichs - und Provinz-Feuerwehrverbände bezügliche aufschlussreiche Inschriften wur­den eben in Aquincum zutage gefördert. Solche Inschriften blieben auf zwei kleineren steinernen Votivaltären erhalten. Die eine lautet: ,,Dem besten, grössten Jupiter zu Ehren . . . führte Cl(audius) Pompeius Faustus, Stadtrat, einstiger Polizeibeamter und Bürgermeister von Aquincum, als Befehlshaber und Schutzherr des Faberverbandes ge­nannten Verein anlässlich der Übungen und des am 5. Tag vor den Kaienden des Augustus stattfindenden festlichen Aufzuges . . ." (D. h. am 27. Juli). Die Bedeutung des hier gebrauchten Wortes „ambulati­vum", das anderswo nicht vorkommt, ist auch heute noch nicht ganz geklärt, doch gleichviel, ob darunter ein Übungsplatz oder ein festlicher Aufzug gemeint ist, bietet diese Steininschrift wichtigen Aufschluss über das disziplinierte Verhalten eines den Feuerschutz der Stadt ver­sehenden Aquincumer Handwerkerkollegiums. Eine zweite, gleichfalls in Aquincum aufgefundene Inschrift ver­weist auf den Umstand, dass die Feuerwehrverbände bei festlichen Aufzügen mit Fahnenträgern an ihrer Spitze zu marschieren pflegten. Zur Zeit der wirtschaftlichen Blüte betrug die gesamte Einwoh­nerschaft Aquincums (des befestigten Lagers mit seiner 6000 Mann, starken Garnison, ferner der Bürger- und Legionsstadt, sowie der ort­sansässigen Dorfbevölkerung, einschliesslich Kinder und Sklaven) schätzungsweise 50-60 000 Seelen, so dass die Feuerwehrbelegschaft von 300 Mann (unter Berücksichtigung beider Handwerkerkollegien) hinreichend erscheint. Mangels entsprechender Feuerwehrspritzen und technischer Ausrüstung vermochte jedoch selbst der halbmilitärische or­ganisierte Verband keine zufriedenstellenden Ergebnisse zu erzielen. Ferner muss noch berücksichtigt werden, dass das „canabae" (Baracken­stadt) genannte Lagersdorf, welche Bezeichnung es bis ungefähr 120 u. Z. führte, wie sich aus seinem Namen schliessen lässt, offenbar aus Holzbauten bestand, was auch an einigen Stellen im Zuge der Ausgra­bungen Bestätigung erfuhr. Man fand sowohl in Aquincum als auch in anderen pannonischen Siedlungen häufig Brandschichten verschiedener

Next

/
Thumbnails
Contents