Vajk Éva szerk.: Textil-és Textilruházati Ipartörténeti Múzeum Évkönyve (IX) 2001 (Budapest, 2001)

Domonkos Ottó: A gyöngyösi kalaposok, 1838

und -hilfe, die in den Zunftsatzungen vorgeschrieben sind, nehmen die Gesellen nicht auf sich, sie verlassen ihren Meister. - Bezüglich der Bestattungen beanstandet Jablonszky den Leichenschmaus, für den ein Gulden berechnet wird. Die Witwe soll nicht dazu verpflichtet sein, es zahle, wer könne. ­Die Lage der Witwen ist noch schlimmer. Wenn sie Gesellen halten, müssen sie ihre Forderungen und Belästigungen aushalten, eventuell sie aus Zwang heiraten. Die Entehrung der Werkstatt durch unbegründete Beschuldigungen ist keine Seltenheit. Es ist unumgänglich die Gesellen zu reglemen­tieren. Als Schlußwort gibt Jablonszky zu, daß die Zunftsatzungen in Ungarn aufgelockert sind. Er ver­langt das Zusammenhalten der ungarischen Hutmacher und die freie Wanderschaft der Siebenbürger Gesellen. Das erste Drittel des 19. Jahrhunderts ist europaweit bereits der Anfang der industriellen Revolution, die Zahl der patentierten Manufakturen steigt. Infolgedessen sind die kleinen Werkstätten zugrunde gegangen, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen und das Auswandern in den Westen, nach Amerika, bzw. in die östlichen Länder ist zur Massenerscheinung geworden. In letzteren Ländern wurde die Ansiedlung in den Dörfern nach der Vertreibung der Türken auch durch zentrale Verord­nungen gefördert, aber auch die Gründung von Werkstätten seitens von Handwerkern wurde betrie­ben. Eine Landkarte zeigt die Orte der Herkunft der aus Deutschland nach Ungarn gekommenen Hutmachergesellen. Das Graphikon schildert die Änderungen des zahlenmäßigen Verhältnisses der ausländischen und ungarischen Gesellen im 18. und 19. Jahrhundert. Daraus geht hervor, daß dieses Verhältnis sich für die ungarischen Gesellen nur gegen 1840 günstig gestaltet. Nach dem Ausgleich steigt die Zahl der ungarischen Gesellen noch mehr an. Jablonszkys Vorschläge drückten auch die allgemeine Meinung aus, da die Klauzál-sche Innungsreform aus dem Jahre 1848 die Lage der Innun­gen in so mancher Hinsicht auf ähnliche Weise zu regeln bestrebt war. Leider kam die Auflösung der Innungen erst 1872 an die Reihe. Jablonszky sah die Sorgen mit den Augen des ausübenden Meisters und schilderte die inneren Sor­gen der Zünfte in glaubwürdiger Weise. Sein Werk kann gleichzeitig als Zeitschilderung betrachtet werden.

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