Oszetzky Gábor szerk.: Textilipari Múzeum Évkönyve 6. 1987 (Budapest, 1987)

Adatközlések: (Endrei W., - Heckenast G:)

csizma, a polgárnőknek fátyol, csipke és arannyal hímzett főkötő viselését: mindez a nemesek, ill. patríciusok előjoga volt. A felvilágosodás szelleme eltörölte ezeket a rendtartásokat, ahol formálisan nem vonták őket vissza, büntetlenül vétkezhetett ellene az alacsony sorsú polgár, ill. paraszt. Épp ezért meglepő, hogy Erdélyben még a francia forradalom utáni évben is megtörténhetett, hogy a nemesség megkülönböztető ruhaviseletét szabályozzák. Endrei Walter A Rosconi-féle manufaktúra leírása egy korabeli útikönyvben „Die k. k. privilegirte Seidenzeug- und Flor-Fabrik Man sucht gewöhnlich die Bedürfnisse des Luxus und der Mode im Auslande,, und scheint die dazu geschaffenen Anstalten in der nähe nicht wahrzunehmen. In dieser Lage möchte ich die Seidenzeugfabrik des Carl Rosconi, eines Maylän­ders, in der Wasserstadt, fünf Lerchengasse, betrachten, die dieser Mann seit 20 Jahren mit immer erweitertem Geschäfte betreibt, und zur lobenswerthen Be­deutenheit erhoben hat. Während Zeitschriften und vielseitig gedruckte Ankün­digungen die Vortrefflichkeit und Wohlfeilheit verschiedener Fabrikate vom Auslande her verkünden, gehet schweigend diese Fabrik ihrer immer steigenden Vollkommenheit etgegen, und erhält sich im stillen Bewusstseyn anerkannter Solidität auch dann noch, wenn viele der erstem, trotz des vielseitigen Lobes zu Grabe gegangen sind. Dieses seit so vielen Jahren glücklich fortschreitende Unternehmen ist von bedeutender Wichtigkeit, und verdient allerdings Berücksichtigung vom Publi­cum; da ohnehin ungarische Fabrikserzeugnisse durch ausländische Waaren gewöhnlich sehr gedrängt werden. Es setzt daher eine ungemeine That Kraft und eine wohlberechnete Geschäfts-Leitung des Inhabers voraus, um, bey so ungüns­tigen Einwirkungen, hauptsächlich in denen für den Handel wie für das Fabriks­Wesen so ungünstigen Zeiten, sein Werk im Gange zu erhalten. In dem ausgedehnten, Fabriksgebäude befinden sich nicht nur 36 beschäftigte Webstühle, sondern auch sehr sinnreich vom Eigenthümer selbst erfundene Spul- und Abwindmaschinen. Bemerkenswerth ist die genannte Spulmaschine, mittelst welcher durch den Fustritt eines Mädchens 28 Spindeln sich abwinden. Doch vorzüglich beachtenswerth ist ein Webstuhl, auf welchem 4 Stücke Seiden­zeuges durch einen Menschen auf ein Mal erzeugt werden; worauf der Fabriks­Inhaber als Erfinder, ein k.k. Privilegium hat. Die Fabrik erzeugt nicht nur einfache und faconirte Seidenzeuge, sondern auch Sammet und andere mit Blumen und Ballen gewebte Artikeln: sie hält nebstbey im Hause ihren eigenen Fabriksverlag, in welchem stück- und ellenwei­se verkauft, auch Bestellung auf grössere Parthien angenommen wird. Bey 60 Menschen erhalten in dieser Fabrik tägliche Beschäftigung, wobey man die erfreuliche Bemerkung macht, dass an den Webstühlen und Spulmaschi­nen grösstentheils Mädchen und Kinder armer Eltern sitzen, die der Eigenthü­mer eigens abrichtet, um sich selbst in den Geldauslagen eine Erleichterung, den Eltern aber einen leichtern Unterhalt für ihre Familien, zu verschaffen. Rosconi ist zugleich Inspector der Alt-Omer Ärarial-Seidenspinnerey." Forrás: F. Schams: Vollständige Beschreibung der königl. freyen Haupt Stadt OFEN in UNGERN 546-549. o. Buda 1822.

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