Török Margit szerk.: Színháztudományi Szemle 32. (Budapest, 1997)
Idegen nyelvű összefoglalók
Tamás Tarján "Die Kanone der Tragödie des Menschen" Da Die Tragödie aus historischen und biblischen Bildern besteht, ist sie in ihrem Charakter nicht aus einem homogenen Stoff. Seit der Uraufführung im Jahre 1883 wird in den verschiedenen Aufführungen immer wieder ein Bild hervorgehoben. Selbst Madách hat eines, und zwar das letzte Bild bevorzugt. Das ist natürlich erst dann möglich, wenn man das Werk nicht als unantastbare literarische Reliquie, sondern als "plurimediale Einheit" betrachtet. Also wenn neben der literarischen Komponente auch die nicht-literarischen Komponenten, also Akustik, Visualität usw. erscheinen. Es ist unbedingt notwendig, diese Doppelnatur des Dramas zu berücksichtigen, denn gerade das unterscheidet es von der Lyrik und Epik. Wenn bei der Beurteilung eines Werkes nur ein einziger Kanon zur Geltung kommt, wird das zum Hindernis, während die aufeinander folgenden Kanone das Gesamtwissen über das Werk erweitern. Zsuzsa Szebeni "Die Tragödie des Menschen in Cluj Napoea 1997" Im Ungarischen Nationaltheater in Cluj Napoea wurde Die Tragödie des Menschen in Imre Csiszárs Inszenierung aufgeführt. Adam wird von Róbert Kardos M., Eva von Réka Csutak und Luzifer von Ferenc Boér gespielt. Der Schauplatz ist ein Landsitz, der einen ausgezeichneten Raum für die biblischen Bilder des Stückes bietet, welche die Stärken der Aufführung sind. Die Aufführung orientiert sich in vielen Zügen an Csiszárs früherer Miskolcer Inszenierung' des Dramas, doch gibt sie, und nicht nur für das Publikum von Cluj Napoea, eine zeitgemäße Interpretation der Tragödie. László Gerold "Das literarische und Theaternachleben der Tragödie in der Vojvodina" Von der Somborer Aufführung der Tragödie am 6. April 1884 an, als das Drama von Béla Tóths Truppe das erste Mal auf die Bühne gebracht wurde, ist sie in der literarischen und Theatergesinnung dieser Region bis heute präsent. Die Popularität der Tragödie ist besonders in den ersten Jahren auffallend. Pál Radoczay hat sie mit seiner Truppe zwischen 1887 und 1900 etwa fünfzig Mal in verschiedenen Städten gespielt. In der BachPeriode wurden die Spielpläne der Theater nicht mehr durch den Nationalgedanken, sondern durch den Zwang der Lebensunterhaltung bestimmt. Da die Aufführung der Tragödie außergewöhnliche Schauspielerleistungen und aufwendige Bühnenausstattung erfordert, wurde sie ein Prüfstein für viele Provinztruppen. Meistens wurde sie an Feiertagen, vor allem zu Weihnachten auf den Spielplan gesetzt. Da widmete ihr die Presse besondere Aufmerksamkeit. In der Zwischenkriegszeit existierte das ungarische Theater in der Vojvodina nur als Laientheater, aber schon zu dieser Zeit entstand die Idee einer Aufführung des Dramas in serbischer Sprache, Obwohl mehrere serbische Übersetzungen entstanden, fand die erste Aufführung 1914 in kroatischer Sprache statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Die Tragödie 1965, anläßlich des 200. Jubiläums des Nationaltheaters in Subotica, das erste Mal an einem professionellen Theater in dieser Region aufgeführt.