Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 27. (Budapest, 1990)

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK

GÁBOR SZIGETHY: ENDRE ILLÉS' BRIEFE AN MÁRIA MEZEI (1945—1977) Zwei Stücke („Gift" (Méreg), 1943; ,J)ie Stiefmutter" (A mostoha), 1947) des bedeutenden ungarischen Essayisten, Dramatikers und Übersetzers Endre Illés wurden mit der Schauspielerin Mária Mezei in den Hauptrollen zu Bühnenerfolgen. Während der gemeinsamen Theaterarbeit entfaltete sich zwischen der Schauspielerin und dem Dramatiker eine geistige Freundschaft. Mária Mezei versuchte ihre Le­benserfahrungen auch als Schriftstellerin zu formulieren („Visitenkarte" (Névjegy), 1941). Ihr Essay „Ich hab' etwas aus den Bergen mitgebracht" (Hoztam Valamit a Hegyekből) von 1945 schickte sie ihrem Schriftsteller-Freund Illés zu, in der Hoffnung, Kritik und Anerkennung von ihm zu erhalten. Illés hielt Mária Mezei für eine großartige Schauspielerin, eben deshalb fand er ihre schriftstellerischen Versuche überflüssig, ein selbstdarstellerisches geistiges Abenteuer, ein Liebäugeln mit der Literatur. Als kluger Schriftsteller — es ist die Zeit der kommunistischen Diktatur — riet er der leidenschaftlichen Schauspielerin, die das Leben in seiner Vollständigkeit erleben wollte, zu einer klugen und disziplinierten Außenseiter-Haltung. Die Stücke von Illés gelangen in den fünfziger Jahren nicht mehr auf die Bühne. Mária Mezei wird von der zentralen Theaterleitung in die Tingeltangel-Pro­duktionen am Operettentheater verbannt. Die Freundschaft zwischen dem Dramatiker und der Schauspelerin beschränkt sich auf einen immer spärlicher werdenden Briefwechsel, Illés' kürzer werdende schriftliche Nachrichten sowie hin und wieder auf ein persönliches Gespräch. Dann brach sie ganz ab. Die erhalten gebliebenen 11 Briefe spiegeln durch die Beziehung einer sich mit der Welt nicht abfindenden, leidenschaftlichen Schauspielerin und eines klugen, gebildeten, disziplinierten Schriftstellers mit der Kraft der authentischen historischen Quelle wider, wie sich das Schicksal von Künstlern in den vergangenen vierzig Jahren in Ungarn gestaltete bzw. gestalten konnte. ZSUZSA RADNÓTI: ISTVÁN ÖRKÉNYS BRIEFE AN MÁRIA SULYOK István Örkény (1912—1979) war Prosaist und Dramatiker. Von seinen Prosawerken hat er mit den „Minutennovellen" und als Dramatiker mit der „Familie Tót" und dem „Katzenspiel" internationales Ansehen errungen. Das „Katzenspiel" wurde in mehr als hundert Städten und in mehr als zwanzig Ländern, von der Sowjetunion bis zu den USA, von Island bis zum Habima Theater in Tel Aviv aufgeführt. Die Uraufführung fand in Szolnok statt. In Budapest wurde das Stück 1971 am Pester Theater auf die Bühne gebracht. Regie führte beide Male der junge

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