Kerényi Ferenc szerk.: Színháztudományi Szemle 27. (Budapest, 1990)

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK

IDEGEN NYELVŰ ÖSSZEFOGLALÓK LÁSZLÓ NYERGES: CARLO GOLDONIS WIRKUNG IN UNGARN IL 1841—1941 In der ungarischen Theaterkunst ist Goldoni von Anfang an präsent. In einem Beitrag in einer früheren Nummer der Theaterwissenschaftlichen Revue wurde schon über die Bühnenerfolge der Stücke des Venezianischen Autors berichtet, und zwar von seinem ersten Erscheinen auf einer ungarischen Bühne an bis zur Entstehung des Nationaltheaters. Im vorliegenden Beitrag wird durch die Darstellung der Theaterereignisse in den hundert Jahren nach der oben erwähnten Zeitperiode erläutert, in welchem Maße Goldoni auf das Wiener Volkstheater Einfluß nahm und sich dadurch auf die Entfaltung und Verbreitung des Volksstücks im Theaterleben in Pest-Buda auswirkte. Weiter wird hier über die Erfahrungen aus Gastspielen von italienischen Theatertruppen und bedeutenden Schauspielerpersönlichkeiten in Ungarn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts berichtet. Angesichts der Aufführungen von Goldoni-Komödien durch diese Truppen und in Bezug auf den Spielstil der Schau­spieler sowie die interpretatorische und inszenatorische Leistung des Regisseurs wird festgestellt, daß das realistisch-charakteristische Spiel der italienischen Schau­spieler in Budapest zur Verbreitung des verspäteten Naturalismus auf der Bühne beigetragen hat. In den Mittelpunkt des ästhetischen Interesses wurde der Charakter gestellt und aufgrund des gesehenen niveauvollen Zusammenspiels auf der Bühne gewann die Tätigkeit des Regisseurs auch in Ungarn an Bedeutung. Ein ganzes Kapitel wird den Goldoni-Aufführungen von Sándor Hevesi gewidmet. Im folgenden werden weitere Goldoni- Inszenierungen beschrieben, die sich immer mehr von Goldonis Realismus entfernten. Die Regisseure dieser Auf­führungen bevorzugten entweder die theatralischen Mittel — bewegtes Spiel, greller Ton — oder blieben bei den Äußerlichkeiten und Manierismen des Rokokos stecken. Die Figuren erinnerten vielmehr an die Typen der Commedia delParte als an realistische Charaktere. Die Goldoni-Aufführungen in der Zwischenkriegszeit paßten sich so dem Prozeß der Retheatralisierung des Theaters an und zeugten von ein wenig willkürlichen, freien Phantasie der Regisseure. EDIT RAJNAI: EIN MALER UND EIN SCHAUSPIELER ALS BÜHNENREGISSEURE (Inszenierungen von László Márkus und Sándor Góth am Ungarischen Theater im Jahre 1910)

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