Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 2003/1. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 2003)
VITA - Rostás Tibor: A műemlékvédelem a magyar millenniumban
tonnenschweren Betonwege, zusammen mit den die Mauerreste allmählich vernichtenden Betonunterbauungen, da man diese nur mit einer erneut bedeutenden Zerstörung der Überreste entfernen könnte. An die Stelle des abgetragenen Dachs ist kein neuer Schutz geplant, so wartet der Großteil der Ruinen wieder unter freiem Himmel auf den Winter und den sauren Regen. Der Palastbau in Esztergom lässt sich mit Begriffen des Denkmalschutzes nicht umschreiben, es ist der Triumph der zeitgenössischen Architektur über die Arbeit der Vorgänger. Der Südflügel des Palastensembles im Südteil des Esztergomer Burgberges wurde in den 1930er }ahren freigelegt und wiederhergestellt. Im Laufe der seit den sechziger Jahren fortgesetzten Ausgrabungen und Wandforschungen identifizierte man die Überreste des Westflügels des mittelalterlichen Palastes, und auch der hier anknüpfende Teil des Nordflügels wurde freigelegt. Ersteres wurde mit dem Namen „Vitéz-palast", Letzteres „kleiner romanischer Palast" bezeichnet. Diese noch bestehenden Ruinen des Hauptzentrums des ungarischen Königtums der Árpáden-Zeit benutzte man quasi als Fundament, zum Millennium entstand ein selbständiges zeitgenössisches Bauwerk. Den am besten erhaltenen „Vitéz-palast" schmückte man mit postmodernen Details, auf die Überreste des „kleinen romanischen Palastes" wurde ein postmodernes Gebäude draufgesetzt, schließlich entstand bei den den Hof von Norden abschließenden Burgmauern sowie im Obergeschoss des Südflügels, wo keinerlei originaler Überrest den Entwurf störte, von Grund aus etwas vollkommen Neues. Die Bautätigkeit am Ende des Jahrtausends schmückte die ärmliche Ruine, machte sie verkaufbar, aber die Beachtung des Früheren, der Werte des Kunstdenkmals fehlt völlig. Außerdem kam es an bestimmten Stellen auch hier zur vorsätzlichen Schädigung des Originals: Zum Ermöglichen des Rundgangs der Ausstellungsräume wurde vom Erdgeschoss des „Vitéz-palastes" eine Treppe zum Keller gebaut, wobei man das in situ Tonnengewölbe aus dem 15. Jahrhundert zum Teil abgetragen, „aufgeschlitzt" hat. In Visegrád wurde die Hypothese über die Spätgotik und Renaissance aufgebaut, ein Luftschloss geboren - aus Stein. Aus dem Hauptgebäude des Palastkomplexes in Visegrád, das zum Millennium wiederhergestellt wurde, aus dem ins Gebirghang terrassenartig eingebauten nordöstlichen Palast blieben die an die abgemeißelten Felsenwände haftenden Rückwände und die in deren Fortsetzung schräg vorhandenen, teilweise menschengroßen, anderswo nur bis Knie oder Knöchel reichenden Mauerschaften erhalten. Der Bau der Jahrtausendwende selbst ist nichts anderes, als eine auf die originalen Überreste angebaute, teilweise vollendete moderne Ruine, deren Erdgeschoss komplett, erstes Obergeschoss teilweise aufgebaut wurde, aus dem zweiten Obergeschoss aber hat man nur ein Treppenhaus fertiggestellt. Ins Innenhof wurden eine stockhohe Loggia und ein Brunnen aus der Renaissance rekonstruiert. Der historische Wert der Ruine wurde auch schon bei den bisherigen Restaurierungsarbeiten geschädigt, die jetzigen Bauarbeiten haben sie aber endgültig dessen beraubt. Dies ist nicht mehr eines der wichtigsten Baudenkmäler des Spätmittelalters in Ungarn, sondern das, was wie es sich einige Ende des 20. Jahrhunderts vorgestellt haben. Die Spur der Vergangenheit, ein unwiederholbares Zeitdokument ist ein für allemal verloren gegangen. Die ausgegrabenen ori-