Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 2002/1. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 2002)

MŰHELY - Igaz Rita: Püspöki metszetgyűjtemény a 18. század második felében

Einen spezielles Segment dieser Sammeltätigkeit bildeten die Stiche, die nicht nur in Form von Alben, sondern auch als einzelne - auch zur Dekoration anwendbare ­Blätter gesammelt wurden. Obwohl mit den Kollektionen der großen Sammler der Zeit (die Esterházy-Fürsten, Sámuel Bruckenthal, Gedeon Ráday, Ferenc Kazinczy) in Quantität nicht zu vergleichen sind, verdienen die nur wenige Hundert Blätter betra­genden Sammlungen des Bischofs von Veszprém, Ignác Koller, sowie von János Szily, Bischof von Szombathely, wegen ihre Präsentationsweise Beachtung: die Kupferstiche plazierte man als Wanddekoration in den von den bedeutendsten Architekten ihrer Zeit neu erbauten Bischofspalästen in Räumen mit wichtiger Funktion. Im von Jakab Fellner 1765-1776 erbauten Bischofspalast in Veszprém ließ der gebildete Bauherr im piano nobile zwei Räume neben dem Prunksaal - den ursprünglich für die Gäste zum Kaffeetrinken gedachten Salon und den Empfangsraum des Bischofsappartements - mit diesen Kupferstichen austapezieren. Die Bilder wurden in mit an der ganzen Wandfläche umlaufenden, aus gebeiztem Eichenholz gefertigten Boiserie zusammengebauten rahmen unter handgewalztem Glas symmetrisch und der Größe nach gruppiert plaziert. Unter den insgesamt 120, meist historische Geschehnisse, Landschaften oder Stadtansichten, Genreszenen und allegorische bzw. sakrale Themen zeigenden Bildern befinden sich sehr niveauvolle Kupferstiche, die nach Gemälden von Rubens, Le Brun, Poussin, Watteau, Chardin und Joseph Vernet von namhaften Stechern - J. G. Wille, N. Tardieu - gefertigt wurden. Im von Melchior Hefele 1777-1784 erbauten Bischofspalast von Szombathely, dessen Wandgemälde so bedeutende Künstler wie Franz Anton Maulbertsch und István Dorffmaister schufen, wurde das ursprünglich wahrscheinlich als Warteraum für die Besucher des Bischofs dienende Kupferstichdekoriertes Kabinett ebenso auf der Repräsentationsebene aufgebildet. Die 118 Stiche sind ähnlich denen in Veszprém plaziert, fast die Hälfte bilden in diesem Fall die Kupferstiche von vom Geist der Antike und der Grandiosität des barocken Roms erfüllten, gebildeten Bischof preferierten Giovanni Battista Piranesi und seinem Sohn Francesco Piranesi, die bedeutende Ruinen und Gebäude des antiken bzw. barocken Roms, zeigen es bleibt aber auch Platz für Stiche nach Bildern von Raffael, Rubens, Pietro da Cortona, Guido Reni, Francesco Zuccarelli und Bernini, gefertigt von F. Bartolozzi, P. L. Bombelli und G. Vasi. Die im Anhang veröffentlichten Bildverzeichnisse können für Forscher der Grafik­geschichte als wertvolle Quelle dienen.

Next

/
Thumbnails
Contents