Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 2001 szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 2001)

VITA - Enyedi Pál-Fontana Eszter: Történeti orgonáink védelme

Klára KOVÁCS 100 JAHRE BUDAPESTER KINO. AUSSTELLUNG IM BUDA­PESTER ERNST-MUSEUM, 31. MAI 2001-1. JULI 2001 Den Beginn der ungarischen Kinogeschichte kann man an ein gut erfassbares Datum knüpfen: Die erste Filmaufführung geschah im Dezember 1895, die erste direkt für diesen Zweck gegründete Institution wirkte bereits im Sommer 1896, schloss aber wegen geringen Interesses bald wieder. Die Ansprüche des Publikums wurden anfangs mit gelegentlichen Filmaufführungen an diversen Orten - in Kaffeehäusern, Zelten, provisorischen Buden - erfüllt. Eine typische Form der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war das sog. Rohrkino, dessen Gestaltung die Funktion selbst, die Enge der innenstädtischen Grundstücke und die Baugrenzen der Epoche bestimmten. Die meisten derartigen Unterhaltungsstätten entstanden natürlich in der Hauptstadt, Anfang der 1910-er Jahre wurden im damaligen Ungarn 270 Kinos in Evidenz gehalten, davon 92 in Budapest. Bald begann auch die Differenzierung der Kinos nach ihrer Stellung in der Gesellschaft, und dies widerspiegelte sich auch in der Qualität der innenarchitektonis­chen Gliederung und Gestaltung. Nach dem Ersten Weltkrieg verstärkte sich diese Tendenz; die Zusammensetzung und die Ansprüche des Publikums wirkten ebenfalls auf die architektonische Gestaltung. Die neue Epoche der Kinos bedeuten die wirklich revolutionären Veränderungen der 1930-er Jahre, als das Erscheinen der Tonfilme mit der Verbreitung der modernen Architektur übereinfiel. Diese Veränderung brachte zu einem Teil den Umbau einer ganzen Reihe früherer Kino- und Theater­(Varieté) Gebäude mit sich, zum anderen rief sie den klassischen Gebäudetyp der Mietshaus-Kinos in der modernen Architektur ans Leben. Der Akzent fiel auf die große Zuschauerzahl, die anspruchsvolle Bedienung. Diesen Erwartungen wurde mit zeitgemäßer architektonischer Gestaltung (breite Zuschauerräume, Logenreihen, Balkons) und fortschrittlichen technischen Lösungen (aufmachbares Dach) Genüge getan, man folgte den zeitgenössischen Tendenzen. Der Zweite Weltkrieg stoppte den allgemeinen Aufschwung der Bauarbeiten, danach fiel der Akzent auf den Wiederaufbau. Das Entstehen neuer Kinos war für die folgenden Jahrzehnte nicht charakteristisch, die wenigen, die doch gebaut wurden, wollten repräsentativen Zwecken bei weitem nicht mehr entsprechen, gaben sich damit zufrieden, sich nach den allzu schematischen Prinzipien der Zeit zu richten. Die neueste Epoche der ungarischen Kinogeschichte widerspiegelt die wider­sprüchliche Welt der neunziger Jahre. Den Erwartungen des Publikums entsprechend (Oder diese vielleicht diktierend?), entstanden die Aufführräume der Multiplex-Ketten, sie dienen dem Komfort der sich neu bildenden Konsumentenschicht. Die größten Verlierer dieser Umwandlung sind die einstigen, vorwiegend in der Zwischenkriegszeit erbauten „Kino-Tempel", die fast ausnahmslos geschlossen wurden, um diesen Räumen meist neue, manchmal überhaupt nicht dahingehörende Funktionen zu geben.

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