F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1997/1-2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1997)

MŰHELY - Claudia Piovano: A siklósi plébániatemplom szentélyének falképei

der Kirche San Pietro a Majella in Neapel, welches die Fachliteratur einem, der Tä­tigkeit des Simone Martini zu Assisi ikonografisch nahestehenden Maler zuschreibt und mit den fünfziger-sechziger Jahren des 14. Jahrhundert datiert. Bei der Stilanalyse der Wandgemälde von Siklós darf man such die Beziehun­gen der neapolitanischen figuralen Kunst zur böhmischen Malerei nicht außer Acht lassen. Der um die Mitte des 14. Jahrhunderts am neapolitanischen Hof tätige Künstler­kreis (Cavallini, Giotto und Simone Martini arbeiteten in der ersten Hälfte des Jahr­hunderts hier) umfaßte Maler, die verschiedene geografische Gegenden und Stil­kreise vertraten. Die historische und künstlerische Situation des damaligen Neapel prüfend, besonders aber dessen Beziehungen zum Königreich Ungarn in Betracht nehmend ist es nicht schwer zu vermuten, daß mindestens einige der in Siklós täti­gen Maler nach Neapel gelangten, oder vielleicht von dort nach Ungarn gekommen sind. Zur Werkstatt des Antlitz- und Trecento-Malers dürfte auch ein früherer Meister von Siklós, der sogenannte Grafiker-Maler gehört haben, dem wir die Aposteln im Chor zuschreiben. Der Linearismus der Bilder, die feinen, fast gezeichneten Gesich­ter, der strenge Faltenwurf lassen einen, zwischen seinen Gefährten mehr „nordi­schen" Maler ahnen, etwa einen, in italienischer Werkstatt geschulten Ungar. Außer diesen fanden wir noch Spuren von weiteren drei, gut unterscheidbaren Händen im Freskenzyklus der Pfarrkirche. Im Fall des „naiven" Malers (er malte den Großteiler Medaillons der Fenstergewände, den Tricephalus und die Szene des Vir dolorum), des sogenannten Mondgesichtmalers (nur einige Köpfe an dem unteren Abschnitt der Fenstergewände dürften seine Werke sein) und des „Byzantinischen Malers" (sein einziges Werk ist die Dreiviertelbüste eines Apostels) ist anzunehmen, daß sie örtliche Maler von geringerer Qualität gewesen sein dürften. Zusammenfassend: Die Entstehungszeit der Wadmalereien läßt sich um einige Jahrzehnte später als die 60-70-er Jahre des 14. Jahrhunderts bestimmen, angenom­men, daß die Künstler aus Italien bereits eine Zeit lang in Ungarn tätig waren und die von Zuhause gebrachte, auf der Halbinsel schon überholt geltende Vorbilder be­folgten. Das zweite Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts würde jedoch zumindest eine Verspätung von 50 Jahren bedeuten, was aufgrund des Stils entschieden übertrieben erscheint.

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