F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1997/1-2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1997)

MŰHELY - Vida Tivadar-Máthé Géza: Árpád-kori faragványegyüttes feltárása és bemutatása Külsővaton

Tivadar VIDA-Géza MÁTHÉ ERSCHLIESSUNG UND DARBIETUNG EINES ENSEMBLES VON WERKSTEINEN AUS DER ARPADENZEIT IN KÜLSŐVAT Aus dem unteren Teil des rechten Giebeldreiecks neben dem Turm der römisch-ka­tholischen Kirche von Külsővat (Komitat Veszprém) kamen 1994 Werksteine aus der Arpadenzeit zum Vorschein. Im Laufe einer zweitägigen Sondierung gelang es 24, zum teil fragmentarische Werksteine aus der Giebelmauer zu bergen. Zum Fund gehören vier Würfelkapitelle mit Kuh-, Widder-, Löwen- und Menschenkopf von Sandstein, drei Kapitelle von Zwillingsäulen mit Pflanzenornamenten von Sandstein, von selben zwei Zwilling­säulenflüße mit Sockeln mit attischen Eckblättern, sowie 14 verschieden große Bruchstücke von Säulenschaften aus weißem Stein und rotem Plattenseesandstein. Den Bestand ergänzte auch ein Sandsteinfragment der Umrahmung eines Spitzbo­genfensters. Die Abmessungen der einfachen und Zwillingsäulenkapitelle zeigen auffällige Übereinstimmungen. Die Höhe, Breite und Länge der Deckplatten der einfachen, so­wie der Zwillingsäulen stimmen überein (Breite 17,5 cm, Länge 50 cm, Höhe 26 cm). Laut unsrer Annahme enthält der Fund kein einziges Stück, das nicht zu einem Turmfenster einer Kirche der Arpadenzeit gehörte. Die drei Kapitelle von Zwilling­säulen dürften von Turmfenstern in der Höhe des Kirchendachs, die vier Würfelka­pitelle mit Tier- und Menschenhäupten von einem zweiten Turmgeschoß unterhalb des Helms stammen. Das Alter dieses, trotz künstlerischer Qualitäten doch provinziellen Fundes darf mit Hilfe von in die Mitte des 12., order in den Anfang des 13. Jahrhunderts datierten Parallelen bestimmt werden. Die nächsten einheimischen Parallelen von Säulenka­pitellen mit Tierköpfen findet man bei Dorfkirchen im Komitat Zala (Zalaszentmi­hályfa und Zalamindszent). Kragsteine und Konsolen mit Widder- und Kuhlköpfen findet man nördlich der Donau an der Kirche von Cseklész (slov. Bernolakovo), Boldogfa (Boldog) und Csütörtök (Svrtok na Ostrove) vom Anfang des 13. Jahrhun­derts. Eine nahe Verwandschaft mit den Doppelkapitellen mit Pflanzenornamenten zeigt die Kirche von Németlövő (Deutschschützen im Burgenland) vom Ende des 12. Jahrhunderts. Die Menschen- und Tierköpfe von Külsővat wurden zusammen mit dem Würfelkapitell gemeißelt. Im Zeitalter der Spätromanik wurden Tierköpfe mit apotropaischer Bedeutung an Kirchen angebracht, das heißt: ihre Rolle war der Schutz und die Abwehrgegen den Bösen. An den Zwillingsäulenkapitellen läßt sich die spätromanische Blätterornamentik in ganz vereinfachten, provinziellen Varianten beobachten. Auf die Zeit der Spätro­manik deuten die Anordnung der Kapitelle und der Kopfplatten, ihre Bearbeitung und ihre Proportionen. Die nächsten Parallelen der Zwillingsäulenkapitelle mit Pflanzenornamentik und der Kapitelle mit Löwen- und Manschenkopf sind in der Kirche von Németlövő vom Ende des 12. Jahrhunderts zu finden.

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