Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
re (Abb. 243, 285, 290/a, 337, 341-351), aus dem zweiten Typ auch zwei (Abb. 244, 286, 290/b, 352-359), während aus dem dritten mindestens drei Exemplare (Abb. 245, 287, 360-362). Die grösseren Fenster beleuchteten wahrscheinlich den grossen Saal des Westflügels vom Hof her, sie waren aus Kalkstein von guter Qualität angefertigt und auch ihre Bankkonsolen wichen etwas von den anderen ab. Betreff der Ausmalung der Gebäude verfügen wir über bestimmte Angaben. Der Laubengang im Prunkhof, die Loggiasäulen, das Profil der Öffnungsrahmen, sowie ein 8-10 cm breiter Streifen um sie wurden rosa gefärbt. 195 An den äusseren Mauerflächen wurde an dem rohen Mörtel eine 91x46 cm grosse, rote Quaderteilung gemalt. 196 (Abb. 17) Die Mittelachse der Masswerke der Kapellenfenster wurde von einem roten Streif betont. Im Kapelleninneren wurden einige Bauglieder gelb gefärbt, und kamen etliche, von der ösüichen Schiffwand stammenden, geometrisch verziert gefärbte Mörtelstücke auch zutage. 197 Die Gewölberippen der Sakristei und des im Westflügel des Nordostpalastes befindlichen grossen Saales wurden rosa bestrichen. An einer der Rippen des sich aus dem selben Saal öffnenden Erkers blieb an der weissen Kalkstrich ein zur Hauptachse senkrechter roter Streif erhalten. (Abb. 394) 2. STEINMETZARBEITEN DER DRITTEN PERIODE In der dritten Bauperiode wurde anstatt des Andesittufs vorwiegend Hárshegyer Sandstein zu den Steinmetzarbeiten am allermeisten verwendet. Daneben waren die verschiedenartigen Kalksteinarten beliebt: in erster Linie grobe Kalkstein, der leicht zu behauen ist. An einigen Stellen wurde harter Kalkstein auch gebraucht, so beispielweise zu den Konsolen des Orgelchors, aber auch zu den Balustern des Prunkhofes. Ausserhalb der Skulpturen und Brunnen war der Rotmarmor nur bei den Zwergpfeilern verwendet. Die Steinmetzarbeiten der dritten Periode stehen in enger formalen Beziehung miteinander. Hier können wir solche kleinen Details erwähnen, wie eine charakteristische Lösung der Profilabschlusses, die an den Laubengangsecken, an den Balustradenelementen der Laubengangstreppe (Abb. 410-411), an den Türrahmen von geriefeltem Profil (Abb. 251-253) und sogar noch an den einfacher, abgekantet profiliertem Türrahmen (Abb. 248) zu finden ist. Wesentlicher ist aber die Einheitlichkeit der Profile. Es ist auffallend, dass einige Gliederungsreihe mit abweichenden Grössen, Proportionen und Konstruktionsweise, aber doch in gleicher Reihenfolge auf mehreren Profilen, mit ganz verschiedener Funktion wiederkehren. So begegnet man zum Beispiel der Gliederung der Kamingesimse (Abb. 309) an einem der Konsoltype des Laubenganges (Abb. 299/b), dem anderen Profil der Laubengangskonsole (Abb. 299/a) an der Sakristeikonsole (Abb. 298/a). Die Profile des Gesims über den Laubengangstüren (Abb. 297) entsprechen einem in zwei Varianten bekannten Türrahmenprofil (Abb. 295). Wie ich es schon erwähnt habe, existiert das Rahmenprofil der Laubengangstüren in einer anderen Variante, aber ebenfalls als Türprofil (Abb. 296). Die Gliederung des Armstützenkonsolenprofils der grossen Fenster im Prunkhof (Abb. 290) stimmt mit dem Sockelprofil (Abb. 299/a), sowie dem Kapitellprofil der Säulen des zweiten Stockes überein. 198 Das Gesimsprofil des Erkers an der wesüichen Fassade (Abb. 306/a) kehrt an dem Sockel der KaminpfeUer (Abb. 309/a) wieder. Ausserdem können wir ein anderes Spiel auch feststellen: bei drei Typen der grossen Fensterrahmen im Prunkhof ist die Profüstruktur völlig gleich - in einem Fall weicht sie mit einer äusseren Hohlkehle ab -, die Reihenfolge der Birn- und Rundstabglieder ist aber vertauschbar und in jedem Fall sind die Baugliedergrössen und Konstruktionsmethoden anders. (Abb. 285-287) Solche Verbindung kennzeichnet die beiden Kreuzstockfensterform mit Birnstabprofil auch. (Abb. 282-283) Diese Beobachtungen ermöglichen eine Vermutung im Zusammenhang mit der Planungstechnik zu formulieren: die trotz der Konstruktionsunterschiede auffalligen Verbindungen folgen daraus, dass die einzelne Baustrukturen erstellenden Steinmetzen von dem Leiter der Werkstatt keine Profilschablonen bekommen hatten, es waren im Bauplan höchstens die Gliederungsreihen der Steinstrukturen festgelegt worden, der Steinmetz hatte die Schablone zu jeder Struktur selbst anzufertigen, infolgedessen war ihm in der Lösung gewisser Details freie Hand gegeben. Aus diesem zur Verfügung stehenden Material ist es klar, dass wir im wesenüichen mit einer spätgotischen Steinmetzwerkstatt zu tun haben. Der Architekt benutzte aber schon einige Renaissance-Elemente. Die Renaissance-Bauglieder erscheinen fast ausschliesslich auf der Loggia des Prunkhofes. Ausser diesen kennen wir nur ein von dem im Prunkhof bekannten Stücken gewissermassen abweichendes, vermuüich einer gemauerten Brüstung angehörendes Gesimsstück im Lapidarium von unbekanntem Fundort. (Abb. 271/b, 304/b) Das Kapellentabernakel, die Konsolen des Orgelchores, die sog. „Visegráder Madonna", das Puttorelief aus Rotmarmor und den Herkules-Brunnen müssen wir aus der Reihe der Denkmäler der Visegráder Steinmetzwerkstatt herausnehmen. Die sind plastische Werke, obwohl es mit der Ausnahme des Tabernakels vorstellbar ist, dass sie zwar hier an Ort und Stelle geschaffen wurden, doch Arbeiten von der Bauwerkstatt unabhängiger