Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

tekten angerechnet werden, dass er die schlechten Gegebenheiten in Tugend umwandeln konnte. Die Planän­derung während des Baues - die Ausbildung des oberen Hofes und die Erhöhung des Ostflügels - zeugt auch von gewisser Flexibilität. Er hatte seine Aufabe in solchem Masse erfolgreich erfüllt, dass man die Anordnung des Grundrisses im Laufe des Umbaues zu Ende des 15. Jahrhunderts fast unberüht liess, man entwickelte sie höchstens hie und da dem originalem Plan entsprechend weiter. Ein anderes typisches ungarisches Beispiel ist für die derartige Betonung des regelmässigen Grundrissy­stems die innere Burg von Diósgyőr. (Abb. 94, 95) Burgen von regelmässigem Grundriss waren zwar schon im 13. Jahrhundert in Ungarn erbaut worden, Diósgyőr ist aber im Gegensatz zu den früheren nicht eine Burg im Flachland, sondern steht auf einem besonders unregelmässigen Felsenblock, und der Architekt hatte trotz allem das Gelände kaum akzeptiert. Der moderne Würdiger sieht die Bedeutung der Burg in ihrer Anordnung mit vier Ecktürmern und dementsprechend stellt er auch ihr Verbindungssystem dar. 132 Auf solche Bauten des 15. Jahrhunderts, wie die Burg des Königs Sigismund (1387-1437) in Tata oder noch mehr die Burg von Mi­klós Újlaki in Várpalota übten die repräsentativen Werte der vier Ecktürmer von Diósgyőr sicherlich eine grosse Wirkung aus. Bei den unmittelbaren Nachfolgern von Diósgyőr wiederholte sich aber nicht die regel­mässige Anordnung der Türmer, sondern eher die des Grundrisses. Wahrscheinlich aus dem Grunde, dass diese Nachfolger weniger als Burgen bezeichnet werden können. Nennen wir zuerst Zvolen (Altsohl, unga­risch Zólyom, heute in der Tschechoslowakei) 133 , dessen Verwandtschaft mit Diósgyőr eine Trivialität in der ungarischen Kunstgeschichtsschreibung ist. (Abb. 97) In Zvolen erscheinen nur zwei Ecktürmer, wesentlicher sind die sonstigen Zusammenhänge des Grundrisses, solche Details, wie der im Innenhof herumlaufende Aus­sergang, die Arkadenreihe an einer Hofseite oder die den Eingangskorridor gliedernden Sitznischen. Ein or­ganischer Teil dieses Entwicklungsreihe, sozusagen die reifeste Variante dieses Typs ist das nordöstliche Wohngebäude des Visegráder Palastes. (Abb. 84) Ausser dem regelmässigen Grundriss finden wir hier auch die Arkadenreihen des Innenhofes (Abb. 195-196), und die Sitznischen des Eingangskorridors (Abb. 154, 313). Seine Grundfläche von 45x45 m steht nicht weit der von Diósgyőr (54x48 m) oder von Zvolen (63x42 m) nach, hier wurden aber die Gebäudeflügel zu Lasten des Innenhofes viel breiter ausgebildet. Während in Diósgyőr und Zvolen alle Ansprüche der königlichen Hofhaltung in einem Gebäude befriedigt werden mus­sten, verteilten sich die verschiedenen Funktionen in Visegrád in den auf grossem Gebiet verlegte, selbststän­digen Gebäuden, so waren die Kapelle und das Saalgebäude unabhängige Bauten. Es muss hervorgehoben werden, dass wir zwischen Diósgyőr, Zvolen und Visegrád keine unmittelbaren Zusammenhänge vorausset­zen. Offensichtlich geht es hier um die Verbreitung eines Gebäudentyps, was keineswegs Werkstattzusammen­hänge bedeutet, es ist aber doch mehr, als eine funktionale Verwandtschaft, eher eine architektonisch­ikonographische Frage. Es wäre weitere Untersuchungen wert, ob dieser Königspalast-Typ vom Ende des 14. Jahrhunderts auf solche Palast- und Burgbauten der Aristokratie zur Zeit von König Sigismung gewirkt hatte, wie Nagykanizsa von den Kanizsais (Abb. 104) oder Ozora von Filippo Scolari (Abb. 105). 6. KÜNSTLERISCHE ZUSAMMENHÄNGE DER STEINMETZARBEITEN Das andere Verbindungssystem, worin wir den Platz von Visegrád feststellen können, kann aufgrund dem Stil der Steinmetzarbeiten bestimmt werden. Die riesigen Bauten der zweiten Periode beanspruchten ziemlich viele Werksteine, es muss aber betont werden, dass an dem Bau die Mauerarbeit dominiert hatte. Als reiner Werksteinaufbau wurden nur die Brunnen gebaut. Von der Dominanz der Maurerarbeit an dem Bau zeugt, dass sehr viele Steinmetzarbeiten als Maueresteine eingebaut wurden, sehr oft offensichtlich deshalb, weil manche in grosser Menge notwendigen Profile, wie zum Beispiel die Pfeiler der Prunkhofsarkade oder der Sitznischen, Fensterrahmen und Triumphbogenpfeiler der Kapelle solchen Plänen nach im voraus ausgehauen worden waren, die die horizontale Steinordnung nicht dargestellt hatten, so blieben mehrere Stücke bei dem Einbau übrig. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Ausbesserung der beschädigten Steinmetzarbeiten deshalb nicht angestrebtem Gegensatz zu der dritten Periode blieb aus dieser Zeit keine ausgebesserte Stein­metzarbeit erhalten. Zu den Steinmetzarbeiten wurden hauptsächlich in der Nähe geforderte Andesitgesteine von verschiede­nartiger Qualität verwendet, manchmal trat aber auch Kalkstein auf, entweder zufälligerweise, wie der eine Pfeilertambour der Prunkhofarkade, oder aus funktionalem Grund, wie die Säulen der Prunkhofbrunnen oder die Fenstersturze. Der über dem Eingang des grossen Kellers gebaute Balkon wurde aber von dem Sockel bis in die kleinsten Details aus Kalkstein gehauen, auch hier wurde und zwar der harte Quellwasserkalkstein ver­wendet - gleich wie in den oben erwähnten Fällen — der das beinahe ausschliessliche Material der grossen

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