Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

in den „Régészeti Füzetek" kurze Berichte über die Forschungen im Palast. Er begann 1953 eine leider ma­nuskriptartig gebliebene Studie über die Freilegungen der Kapelle. 65 Über den Ziegelboden der Kapelle be­richtete Imre Holl 1954. 66 Er veröffentlichte in seinen Arbeiten über die mittelalterliche Keramik neben dem Budaer Material auch die Visegráder Funde. 67 1958 gaben Dezső Dercsényi und Miklós Héjj die bisher aus­führlichste Darstellung des Palastes im zweiten Band der Kunsttopographie des Komitats Pest. 68 Miklós Héjj publizierte noch mehrere Bücher von popularisierendem Charakter. 69 Ausser dem erwähnten erschien leider bis heute keine monographische Bearbeitung bezüglich des ganzen Palastes oder dessen Teile aus der Feder der Forscher, die baugeschichtlichen Vorstellungen der Publikationen decken sich oft nicht vollkommen; einander der Charakter der Veröffentlichungen ermöglichte aber kaum, die einzelnen Theorien ausführlich zu beweisen. Besonders die Schriften von Jolán Balogh sind von ausserordent­licher Bedeutung. Schon 1950 behandelte sie den Palast in einem Essay. 70 In ihrem grossen Werk über die Kunst zur Zeit von König Matthias teilt sie neben den eigenartigen Theorien bezüglich der Baugeschichte recht bedeutende Angaben mit. 71 In den letzten Jahren erschienen die neuesten Ergebnisse der Forschung in den Katalogen der Schallaburger Matthias-Ausstellung 1982 72 und der Székesfehérvárer Ausstellung über die Kunst des Zeitalters vom König Ludwig dem Grossen (1342-1382). 73 Die Bearbeitung der Steinmetzarbeiten muss gesondert erwähnt werden. Auf dem Gebiet des Palastes kam es zu der ersten grossangelegten Rekonstruktion von 1951 bis 1952 afgrund der Pläne von Kálmán Lux und Ernő Szakái: der Wiederaufbau des östlichen Flügels des Laubenganges bedeutete die Wiederherstellung von fünf Laubengangsfenster, von sieben Joche des Sterngewölbes und von einem Teil der Balustrade. In der zweiten Hälfte der 1950-er Jahre wurden mehrere Öffnungsrahmen im Laufe der Rekonstruktionsarbeiten nach den Plänen von Alajos Sodor 74 ergänzt und zurückgesetzt. Zwei Fenster von denen veröffentlichte Lász­ló Gerevich, 75 die Türrahmen und daneben einige Rippen-, Fensterkreuz- und Masswerkprofil, sowie Stein­metzzeichen publizierten Dezső Dercsényi und Miklós Héjj. 76 Die von János Sedlmayr geplanten Wiederher­stellungen von 1966 bis 1970 brachten wesentliche Umgestaltungen der Laubengangsrekonstruktion im Prunkhof mit sich. Im Zusammenhang damit restaurierte Imre Tavas die Zwergpfeiler aus rotem Marmor der Balustrade. Er baute in der historischen Ausstellung des Nationalmuseums auch die Rekonstruktion einer Sitznische auf. Die grösstangelegten Rekonstruktionen führte aber Ernő Szakái durch. 1959 wurde die Rekon­struktionskopie des 1955 zutage gekommenen Löwenbrunnens aufgestellt, und wurde gleich dieses Jahr im „Művészettörténeti Értesítő" veröffentlicht. 77 Der wesentliche Teil der Originalstücke, inbegriffen die Bruchstücke des Herkules-Brunnens, wurde von 1969 bis 1970 in der ständigen Ausstellung im Salamonturm untergebracht. 78 Seit 1957 befasste sich Szakái mit dem Brunnenhaus aus dem 14. Jahrhundert des Prunkho­fes, zur Durchführung der Rekonstruktion kam es 1964, 79 und er veröffentlichte 1969 auch diese Arbeit. 80 (Abb. 81, 87-89). Die Rekonstruktion des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Wandbrunnens des Löwenhofes ist 1965-1966 fertig geworden, 81 (Abb. 90) und ihre Beschreibung erschien 1972. 82 Mit der Aufnahme der Stein­metzarbeiten des Palastes befasste sich Alfréd Bardon in den 1960-er und 1970-er Jahren. Im Laufe dieser Ar­beit fertigte er 1961 die theoretische Rekonstruktion der Arkadenreihe des Prunkhofes aus dem 14. Jahrhun­dert. 83 Die vollständige Bearbeitung konnte er leider nicht vollenden. 1985 bekam ich die Bearbeitung der architektonischen Steinmetzarbeiten des Visegráder königlichen Pa­lastes als Thema der Diplomarbeit. In der Vermessung und Bestandaufnahme der Steinfunde gelangte ich 1987 dazu, dass es möglich war, das Material eines Gebäudes - der Kapelle - zusammenzustellen. Dazu brauchte ich einerseits die Durchsicht der Forschungsdokumentationen, andererseits auch eine Revisionsgrabung. 1987 beendete ich die Bearbeitung der Dokumentation, von 8. bis 19. Juni führten wir unter der Leitung von Mátyás Szőke die Grabung durch, an der ich als Praktikant die lokale Leitung versah. Wir zogen 11 Sonden auf dem Gebiet der Kapelle und auf der Kapellenterrasse. Vom 14. Juli bis 5. August untersuchten wir die Kapellenter­rasse mit weiteren drei Sonden, am 12. August 1988 hoben wir noch zwei, von 20. bis 22. Juni 1989 noch einen Forschungsgraben im Inneren der Kapelle aus. (Abb. 7) Von 1. bis 4. August 1988 führten wir im Löwenhof eine Revisionsgrabung durch, um die von Miklós Héjj schon früher gefundenen Säulenfundamente vermessen zu können. (Abb. 8) Als Ergebnis der Arbeiten brachte ich 1988—1989 die vollständige archäologische Bear­beitung der Kapelle zustande. 84 Parallel wurde auch die Dokumentation des Nordostpalastes ähnlicherweise bearbeitet. Hier hatten wir aber weder zur Revisonsgrabung noch zur Bearbeitung des riesigen archäologi­schen Fundmaterials Gelegenheit. Die unter Mitwirkung der Fachleute des Visegráder König-Matthias­Museums und des Landesinspektorats für Denkmalpflege (OMF) in den letzten Jahren wieder intensiv begon­nenen Forschungen machen die monographische Bearbeitung der einzelnen Gebäude des Visegráder königli­chen Palastes in absehbarer Zeit möglich. 85

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