Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)

Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN

Horler, M.: Les édifices de la villa royale à Buda-Nyék. AHA (im Druck). - Horler M.: A Ba­kócz kápolna az esztergomi Székesegyházban. (Die Bakócz-Kapelle in der Kathedrale von Esz­tergom). Bp. 1987. 3. König Matthias schreibt im Frühling 1483 dem Kardinal-Bischof von Eger, Gábor Veronai: „Es gibt in Óbuda eine Kirche, in der Nähe der Kirche der Propstei von Buda, durch die Zeit eingestürzt, sie hat bloss Ruinen und kahle Wände. Man sagt, dass diese vor der Gründung der neuen Kirche zum Gebiet der Propstei von Buda gehörte. Mehrere ihrer Säulen sind auf den Boden gestürzt und alle ihre Zierden sind so verwittert, dass es leichter wäre, eine neue Küche zu erbauen, als diese wiederherzustellen; das konnten Sie, mein Vater, auch beobachten. Wh haben aber beschlossen, die Kirche der Heiligen Jungfrau in Fehéregyháza wiederaufzubauen und zu erweitern die am Fusse des Berges steht im erwähnten Gebiet der Kirche und die wü, mit Bewilligung unseres Heiligen Herren, den Eremitenbrüdern geschenkt haben. Ich meine, es wäre richtiger, wenn wü in die neue Küche der Heiligen Jungfrau die Säulen der alten, eingestürzten Küche von Óbuda überbringen möchten, sie wären sowieso im Trümmerhaufen verschüttet und nehmen unnütz nur den Platz ein. Wü wollen aber so etwas nicht ohne die Zustimmung unseres Heiligen Herren tun, deshalb bitten wü Sie, Vater, erwüken Sie bei Seiner Heiligkeit die Bewüligung dazu, dass wü die Säulen und andere Steine, die nutzlos unter den Ruinen der alten Küche herumliegen, weg­schaffen und zur Wiederherstellung der Küche der Heiligen Jungfrau hinbefördern, wo sie zur Ehre Gottes stehen sollen; dort werden sie nützlich sein, obwohl sie trümmerhaft von nie­manden benötigt wurden; erlangen Sie also, mein Vater, die apostolische Bewilligung vom Heiligen Stuhl. Publiziert: V. Kovács (red.): Mátyás király levelei 1460-1490. (Briefwechsel des Königs Matthias 1460-1490). Magyar levelestár. Budapest, 1986. 157-158. Brief Leo's X. an Raffaeüo 1515: „An Raffael von Urbino. Unsere grösste Sorge und Bestrebung ist es, die Küche des Apostolenfürsten in Rom aufzu­bauen, deshalb halten wü es für sehr wichtig, dass wü das enorm viele Stein- und Marmor­material lieber aus der Nähe, als aus fern liegenden Orten herbefördern. Nun haben wü Kenntnis davon, dass es in Rom sehr viele Ruinen gibt, die Baustoff liefern könnten: beinahe alle Leute, die in Rom oder in der Umgebung bauen, graben verschiedene Steine aus, sogar zu welchem Zweck immer Erdarbeiten verrichtet werden, kommen solche Steine zum Vor­schein. Deshalb beauftragen wü dich hiermit, da Du Architekt und Leiter der Arbeiten der Küche bist, dessen Tauglichkeit und Gewandtheit, besonders aber die Ehrfurcht gegenüber uns und dem Heiligen Stuhl wü kennen und schätzen: sei Aufseher all jener Marmore und anderer Steine, die im Gebiet Roms oder innerhalb zehntausend Schritten von Rom entfernt zum Vorschein kommen. Kaufe alle Steine, die Du zum Küchenbau geeignet findest, in unserem Namen, um einen anständigen Preis. Gleichzeitig verpflichten wü alle: jene des Mittelstandes, die Vornehmen und die Armen, wenn sie zukünftig innerhalb des genannten Gebietes was immer für Marmore oder andere Steine ausgraben, Dich, als Aufseher der Angelegenheit sofort zu verständigen. Wer das in drei Tagen nicht tut, wird „ipso facto" exkommuniziert, wovon ihm niemand die Absolution erteilen kann, nur wü selber. Ausserdem muss er eine Busse von hundert bis tausend Dukaten zahlen, ohne dass in dieser Angelegenheit ein päpstüches Urteil ausgesprochen werden müsse. Es ist mü auch zur Kenntnis gekommen, dass viele alte Marmore und andere Steine mit ein­geritzten Inschriften versehen sind. Darunter sind viele bedeutungsvoll, und es ist auch in jener Hinsicht wichtig, sie zu erhalten, damit sie die Schönheit der Klassischen lateinischen Sprache verkünden. Wü haben erfahren, dass einige Marmorschneider sich erkühnen, solche blocke, die in ihre Hände geraten, zu zerschneiden, wodurch die Inschriften zugrunde gegan­gen sind. Deshalb befehlen wü allen, die sich in Rom mit Steinmetzarbeit befassen, dass ohne Deine Erlaubnis niemand sich wage, ügendeinen beschrifteten Stein zu bohren oder zu zersägen. Datum Rom, am 27. August 1515, im 3. Jahr unseres Papsttums.

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