Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)
Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN
gestellt. Im Budapester Historischen Museum, das 1967 im ehemaligen königlichen Palast seinen Platz erhielt, konnte kaum ein Drittel des Steinmaterials, vor allem die Kleinfunde innerhalb des Gebäudes eingelagert werden, die übrigen zwei Drittel befinden sich provisorisch an zehn verschiedenen Orten, in Baracken, Kellern, Kasematten oder unter freiem Himmel. Natürlich hatten die Funde von Buda vom Anfang an trotz allem, eine grosse Wirkung auf das heimische wissenschaftliche Leben und regten zu weiteren Forschungen an, die ein noch tieferes Kennenlernen des ungarischen Mittelalters versprachen. In den 60-er, 70-er Jahren nahmen auch in den anderen Teilen der Hauptstadt archäologische Forschungen ihren Anfang: in der Wasserstadt, im Paulinerkloster von Budaszentló'rinc, in der Königinnenburg und der Propstei in Óbuda, in den Klöstern der Klarissinnen und der Franziskaner, ferner im Gebiet der Pester Innenstadt. Sie waren nicht so gross, aber ihrer wissenschaftliche Bedeutung nach schlössen sie sich mit Recht den Ergebnissen der Funde in der Burg von Buda an.46 Was das Schicksal der Funde betrifft, ware es in allem dem Schicksal der Funde der königlichen Residenz gleich. Ausser der Hauptstadt, in verschiedenen Gebieten des Landes begann in den 50-er Jahren - durch Zusammenarbeit der Denkmalpflege und der Muséologie - zuerst die Neugestaltung der bestehenden Lapidarien und die Ausstellung älterer Funde. So geschah es 1952 in der Burg von Eger, wo die Steinfragmente-Ausstellung in den Kasematten neben dem "Setétkapu" neu veranstaltet wurde und in demselben Jahr errichtete man das neue Domlapidarium von Pécs, in einem neuen Gebäude, nach Plänen von Kálmán Lux, unter der Mitarbeit von Ernő Szakái. 1955 wurde im Burgmuseum in Tata das Steinmaterial des Klosters von Vértesszentkereszt ausgestellt, Ferenc Jenei und Géza Entz haben diese Ausstellung veranstaltet. 1956 wurde aus dem Keller des Museums von Szombathely das seit dem vergangenen Jahrhundert dor herumliegende Steinmaterial der Kirche von Ják vom Dunkel der Vergessenheit herausgehoben. Es war ebenfalls Ernő Szakái, der daraus ein öffentliches Lapidarium im Museum errichtete. Diesen Initiativen schloss sich etwas später, 1965, die Ausstellung der vom Abbruch der Burg stammenden Steinfragmente an, in einer noch erhaltengebliebenen Bastei in Szeged, von Géza Entz veranstaltet.47 Vom Anfang der sechziger Jahre an entfaltete sich das durch eigenen wissenschaftlichen und Architekten-Apparat realisierte Wiederherstellungsprogramm des unlängst zustandegebrachtem Landesinspektorats für Denkmalpflege. Bei diesen Arbeiten - wo es um die Wiederherstellung eines grossen Teiles der wichtigsten Baudenkmäler des ungarischen Mittelalters, Burgen, Kirchen, Klöster und Wohnhäuser ging - aufgrund der Erfahrungen von Esztergom und Buda - war schon vom Anfang an eine wichtige Zielsetzung, die unter der Erde, in Aufschüttungen befindlichen, im Mauerwerk späterer Umbauten als Baustoff benützten, verborgenen Steinfragmente freizulegen und dann, im Laufe der Wiederherstellung womöglich, in ihren ursprünglichen Zusammenhang zurückzusetzen, oder in einem Lapidarium auszustellen. Wenn es auch nicht in jedem Fall gelang, dieses Ziel restlos zu realisieren, doch brachte eine Reihe der Wiederherstellungen neue Ergebnisse und trug dazu bei, die weissen Flecken in der Baugeschichte des Mittelalters und der Renaissance auszufüllen. Obwohl die neuen Freilegungen die Menge der eingelagerten Steinfragmente, die auf Bearbeitung und Schaustellung warteten, von Jahr zu Jahr vermehrten, nahm zugleich die Errichtung neuer Lapidarien ihren Anfang und ihre Anzahl auch von Jahr zu Jahr zu. 1960 kam ein Teil der Fragmente aus der Burg von Nagyvázsony in eine ständige Ausstellung, dank der Arbeit von István Éri und János Sedlmayr. In dem selben Jahr wurde neben der Pfarrkirche in Sopronhorpács ein neues Lapidarium erbaut, nach den Plänen von Ödön Dümmerling. 1966 errichtete Tibor Koppány eine ständige Steinfragmentausstellung im Gebäude der Abtei in Tihany, aus dem Material, das sich im Balaton-Hochland angesammelt hat. 1867 wurde, im Laufe der Ruinenkonservierung der Burg in Kisnána, ein offenes Lapidariumspavillon errichtet, das zugleich die Ruinen des Palastflügels schützte. Diese, von Ferenc Erdei (1933-1986) stammende Lösung gab auch Gelegenheit, die architektonischen Probleme der Lapidarien zu studieren. Erdei's Werk war auch der 1960 errichtete Schutzbau für die Ruinen der St. Georgskapelle in Veszprém, worin auch eine kleine Anzahl von Steinfragmenten untergebracht wurde. Unter den Ergebnissen der sechziger Jahre müssen wir die 1967 eröffnete Ausstellung im Budapester Historischen Museum in der Burg von Buda erwähnen. Sie enthält - wie gesagt - bloss einen geringen Teü der Fragmenten, doch dient die moderne musealische Methode und die Kultur der Schaustel-