Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)

Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN

an seinem Platz blieb - schliesslich aber nicht ins Nationalmuseum, sondern in den Besitz des Erzbischofs von Esztergom, János Simor (1813-1891) gelangte.33 János Simor war es übrigens, der aus seiner reichen Privatsammlung das Christliche Mu­seum gründete und es in seinem Testament 1887 der Kathedrale vermachte. Als Ergebnis all dessen hat die Bedeutung der architektonischen Fragmente des ungarischen Mittelalters und der Renaissance derart zugerfommen, dass in der Millenniumsausstellung 1896, eine ganze Reihe romanischer und gotischer Steinfragmente^enaissancezeitliche Bruchstücke des königlichen Palastes in Buda und die Madonna von Visegrád ausgestellt wurde. Unter der Ver­anstaltung von Péter Gerecze unter anderen waren noch die Fragmente aus Székesfehérvár, Esz­tergom, Pécs, Somogyvár, Szekszárd, Ják, Kalocsa und von der Liebfrauenkirche in Buda zu sehen, neben mehreren Abgüsse von Details anderer Bauten, denen sich auch der Gipsabguss der ganzen Architektur der Bakócz-Kapelle zu Esztergom anschloss.34 Die sich beschleunigende Urbanisation der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, hat in immer mehreren Städten den Prozess der Umbauten in Gang gesetzt, der den Abbruch alter, meist mittelalterlicher Gebäude mit sich brachte. In dieser Beziehung ist es interessant, dass in Budapest, und in Kolozsvár (Cluj) solche spontane Initiative ihren Anfang nahmen, die danach trachteten, einige Details der abgebrochenen Gebäude - Türen, Fenster, Kamine, Statuen, Re­liefs - von der Vernichtung zu retten und zu bewahren. In Budapest können die Resultate dieser Initiative von den 90-er Jahren des vorigen Jahr­hunderts an verfolgt werden, als das 1887 gegründete Hauptstädtische Museum, das sich in seiner Stadtgeschichtlichen Sammlung bis dahin nur auf römische Denkmäler konzentrierte, seine Sam­meltätigkeit jetzt auch auf die architektonischen Details des 18-19. Jahrhundert ausbreitete. Teils durch Ankauf, grösstenteils aber durch Geschenke der Bauherren und Hausbesitzer, haben sich bis heute mehr als 150 Stück barocke und klassizistische Werkstücke, Gipsreliefs und Bauornamente in der neuzeitlichen Abteüung des Budapester Historischen Museums angehäuft. Die Sammlung der barocken und besonders der klassizistischen Bauplastiken hat einen unersetzlichen Wert. Neben Stücken die von unbekannten Meistern stammen, oder noch unerforscht sind, finden wir Werke von solchen Meistern, wie Casagrande, Dunaiszky, Huber, Bauer, die das Beste unserer klassizisti­schen Bauplastik geschaffen haben. In Kolozsvár knüpft sich die Rettung der Baufragmente an den Namen von Lajos Pákei (1853-1921), der damals Oberarchitekt der Stadt war. Er hat ein einzigartiges Material der Bau­kunst des 16-17. Jahrhunderts eingesammelt und in seinen Zeichnungen verewigt. Die Sammel­tätigkeit begann mit den renaissance Tür- und Fensterrahmen des abgebrochenen Wolphard-Hauses am Hauptplatz (1894), und wuchs schliesslich bis zu einer, aus mehreren hundert Stücken be­stehenden Sammlung, die später in den Besitz des 1859 gegründeten Siebenbürgischen Museums gelangte. Es ist ein Wert dieses Lapidariums, dass es nicht nur Fragmente, aber grösstenteils voll­ständige Ornamente: ganze Tür- und Fensterrahmen, Kamine etc. enthält und dadurch von der Baukunst der Spätrenaissance in Siebenbürgen ein viel reicheres Bild gibt, als die durchschnitt­lichen Lapidarien. 35 Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg bildeten sich in mehreren Orten des Landes lokale Vereine und Museen, die manchmal auch Steinfragmente sammelten oder rette­ten. Darunter war der Archäologische und Historische Verein der Gegend von Esztergom besonders aktiv. In den Jahren nach seiner Gründung 1894, hat man unter Leitung von Lajos Némethy, zahlreiche Forschungen zur Freüegung mittelalterlicher Denkmäler in Esztergom und Umgebung durchgeführt, dabei wurde auch auf die Einsammlung der Steinfragmente, auf ihre Inventarisation und Ausstellung geachtet. Obzwar ein Teil der Steine von verschiedener Herkunft 1897 durch Némethy in eine Gedenkwand eingemauert wurde - eine naive und primitive Lösung - muss man die spätere Publikation des ganzen Steinmaterials - etwa 150 Stück - wie auch ihre Ausstellung 1900 im Gebäude der Diözesen-Bibliothek, mit den anderen archäologischen Funden zusammen würdigen. 36 In derselben Periode verliefen die von der Landeskommission der Kunstdenkmäler initierten Wiederherstellungen im ganzen Land, bei denen auch bedeutende Steinfunde zum Vorschein ge­kommen sind. Neben den bereits erwähnten Ausgrabungen Ernő Foerks in Nagyvárad, hat der­selbe die zweite Freilegung in Kalocsa geleitet (1907-1912), wobei Fragmente der gotischen

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