Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)

Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN

Renaissance T 1906 die Funde der Ausgrabungen der Propstei von Budafelhéviz, 1914 jene des Dominikanerklosters in der Margaretheninsel, ferner sporadisches Fundmaterial in kleinerer Anzahl aus Pécs, Ják, Dömös, Pilisszentkereszt, Székesfehérvár, Pöstyén (Pieïtany) etc In den dreissiger Jahren hat das Museum sein altes mittelalterliches Lapidarium liquidiert, das Matertal wurde 1934-39 zum Teil in die Alte Ungarische Sammlung des Kunsthistorischen Museums, zum Teil (das Material des Königlichen Palastes von Buda) in das Budapester Historische Museum überführt. Das vom Kunsthistorischen Museum übernommene Material hat schliesslich noch ein­mal seinen Besitzer gewechselt, als es 1973, nach der Gründung der Ungarischen Nationalgalerie, mit dem ganzen Bestand der ungarischen Kunst hier untergebracht wurde.19 Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts hat im ganzen Land das Sammeln der mittelalter­lichen architektonischen Steinfragmente einen Aufschwung genommen. Die Fundorte waren teils archäologische Ausgrabungen, teils Bauten, Abbruche, Umbauten. Durch Freilegungen ist vor allem bei den bereits erwähnten Grabungen Imre Henszlmanns, ferner bei seinen Ausgrabungen in Visegrád (1872) und in Székesfehérvár (1862-1882), bedeutendes Steinmaterial zum Vorschein gekommen. Die Székesfehérvárer Steine hat man anfangs zum Teil im Treppenhaus des Bischofs­palastes, teils im Baumgang des Bischofsgartens aufgestellt, davon sind nur einige Stücke in die Sammlung des Nationalmuseums gelangt. 20 1878 sind beim Abbruch der Burg in Szeged zahlreiche Steinfragmente zum Vorschein gekommen, sie wurden vom Baumeister István Kováts eingesammelt und dem Museum von Szeged geschenkt. 21 1881 begannen die Umbauten der Burg in Nagyvárad (Oradea), die Abbruche mit sich brachten. Hier führte zuerst Flóris Rómer Ausgrabungen dann 1911 haben Jenó' Gyalókay und Ernő Foerk (1868—1934) die Freilegungen fortgesetzt. Von den ersten 112 Steinfragmenten verfertigte 1881 László Steinhaus ein Verzeichnis, ferner wurden von ihm zahlreichen Stücken vermessen und gezeichnet. Man hat aus diesen Steinen im bischöflichen Museum von Nagyvárad ein selbständiges Lapidarium errichtet, dessen Material später dem 1872 gegründeten Museum des Archäologischen und Historichen Vereins von Nagyvárad übergeben wurde. 22 1869 hat die Restaurierung der Burg von Vajdahunyad (Hunedoara) ihren Anfang genom­men unter der leitung der Architekten des MOB (Landeskommission der Kunstdenkmäler). Die Arbeit dauerte in mehreren Etappen ganz bis 1890, dann wurde sie, unter der Leitung von István Möller (1860-1934) beendet. Im Laufe der Arbeiten des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche architektonische Details durch neue Steine ersetzt und die herausgenommenen originalen Stücken wurden zum Teil als Baustoff verwendet. Es ist das Verdient Möllers, dass er die Steine freüegte und einsammelte, so sind sie bis heute an Ort und Stelle erhalten geblieben.23 In den siebzig-achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts haben anläßlich der Millenium-Feier­lichkeit (1896) die grossen Kirchen-Wiederherstellungen ihren Anfang genommen, hier sind vor allem die Kathedrale von Kassa (Kosice) und Pécs, die Liebfrauenkirche in der Burg von Buda, dann, schon nach 1896, die Kirche zu Ják, zu nennen. Alle diese Arbeiten beanspruchten grosse Umbauten, infolgedessen entstanden durch die Abbruche und das Austauschen von Steinen un­zählige architektonische Fragmente. In Kassa hat man diese grösstenteils als Baustoff verkauft, so wurde die von Imre Steindl (1839-1902) abgebrochene Westempore vom Verfall gerettet, weil die Graf Hans Wilczek (1837-1922) kaufte und 1900 als Hofarkade in sein Schloss Kreuzen­stein einbauen liess. 24 im Katalog des Museums von Kassa vom Jahre 1903 kommt kein einziges Steinfragment vor. Pál Lővei hat aber 1987, bei seinen Forschungen an Ort und Stelle, viele zer­streute Fragmente entdeckt. So stützen zwei Fialenspitzen im Treppenhaus des sog. Aranyossy­Hauses (Srobárová 22), das Brüstungsgitter. Vier Fialenfragmente befinden sich in der Ausstellung im Urbansturm. Konsolen und Wasserspeier wurden 1903 in den Palast des Baumeisters Árpád Jakab (Petrová 30) eingebaut, wovon 6 Wasserspeier und 4 Konsolen heute noch von der Strasse aus zu sehen sind. Viele Steine wurden im Friedhof als Grabsteine benützt. Der Vater des Grafen Antal Sztáray liess die Steine in sein Schloss von Nagymihályi (Michalovce) befördern, wo 4 Stücke heute noch zu sehen sind. Schliesslich findet man in der kunsthistorischen Ausstellung des Ost­slowakischen Museums in Kassa (Leninova 40), eine Fiale, im Depot sind aber noch weitere Stücke vorhanden. Die reischste - mehr als 1000 Stücke zahlende - Sammlung ist bei dem beinahe totalen Abbruch der Kathedrale zu Pécs durch Friedrich Schmidt (1825-1891) erhalten geblieben. Nach

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