Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)
Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN
wir, dass zahlreiche mittelalterliche Grabmäler und architektonische Steinfragmente von der Vernichtung gerettet wurden und bis heute erhalten geblieben sind. 10 Die Zeichnungen der übriggebliebenen Fragmente der St. Adalbert-Kathedrale in Esztergom hat Johann Nepomuk Máthes, Verwalter der Primatengüter und Aufseher der Bauten, in seinem Buch über die Burg und die Kathedrale 1827 publiziert. 1 1 Gleichzeitig hat der Primas Alexander Rudnay (1819—1831) die geretteten Grabmäler und die Fragmente der Portal-Architektur der Bakócz-Kapelle in der Unterkirche der neuen Kathedrale ausstellen lassen. Die Bedeutung dieser Massnahmen besteht hauptsächlich darin, dass wir hier zum ersten Mal ein Interesse für die Fragmente des ungarischen Mittelalters und der Renaissance und ihre bewusste Wertung treffen. Die Erklärung dafür findet man wahrscheinlich nicht einfach im englischen "Wiederaufleben der Gotik", demfolgend in ganz Europa die Gotik und das christliche Mittelalter neu entdeckt wurden, sondern hier spielt auch das Bestreben nach dem Ausdruck der Kontinuität der während der Türkenherrschaft vernichteten einstigen staatlichen und religiösen Zentren mit. Dass die stärkste treibende Kraft nicht das neue Werten der mittelalterlichen Bauformen war, eher die Rettung der Grabmäler der Erzbischöfe des Mittelalters, bezeugen die seither aus der Auffüllung zum Vorschein gekommenen zahlreichen wertvollen architektonischen Fragmente, die ohne Bedacht in den Schutt geworfen waren. Ähnlicherweise kann es als eine Geste der Pietät für das Andenken der Vorfahren betrachtet werden, dass in der Kathedrale in Vác die mit Wappen geschmückten Steine des Bischofs Nikolaus Báthori und einige Balusterpfeiler mit den Wappen der Jagelionen bewahrt wurden. Die Rettung der Pfeiler der Balustrade von der Loggia des ehemaligen Bischofspalastes, die sekundär als Chorschranke in die zwischen 1762-1774 erbaute neue Kathedrale eingebaut wurden, ist dagegen vielleicht mit der Vorliebe Canevale's der sich 1761 mit der Bakócz-Kapelle befasste, für den klassischen Renaissance-Stil zu erklären. 12 Ein ganz eigenartiges, individuelles Phänomen, eine frühe Manifestation des bewussten Sammeins von Steinfragmenten finden wir im barock-Lapidarium des Pfarrers von Kerecsend, Karl Majzinger. Er war früher als Sekretär des Erzbischofs von Eger, Johann Pyrker (1772-1847), des kunstliebenden Kirchenfürsten tätig, als in Eger 1830 der alte Barockbau wegen des Erbauens der neuen Kathedrale abgetragen wurde, liess er aus dessen Steinen, wie auch aus dem, ebenfalls abgebrochenen Rokoko-Sommerhaus im erzbischöflichen Garten Skulpturen, Vasen, Balustraden und andere Werksteine nach Kerecsend befördern, wo er im Garten der Pfarre ein Lapidarium errichtete. Ein Teil der Steine gelangte später aus dem Nachlass seines ehemaligen Kaplans, Titular-Kanonikus Gyula Bartalos, in das erzbishöfliche Museum. Die Überreste der Sammlung liegen heute noch im Hof der Kerecsender Pfarre zerstreut. Es ist eine offene Frage, ob der Beweggrund dieses seltsamen, einzigartigen Falls in einer Nostalgie für die Barocktraditionen Egers, eventuell in einem frühen Aufblitzen der barocken Romantik, oder in anderen, individuellen Motiven zu suchen ist. 13 Um die Wende des 18-19. Jahrhunderts entfalteten sich die Bestrebungen zu Begründung der ungarischen nationalen Kultur und entfaltete sich auch der Wunsch, das Material, das sich bisher in den Sammlungen von Aristokraten und Kirchenfürsten befand, für die Öffentlichkeit erreichbar zu machen. Der erste Schritt zur Errichtung öffentlicher Sammlungen, wurde 1802 getan, als Graf Ferenc Széchenyi (1754-1820) zur Gründung des Ungarischen Nationalmuseums und Landesbibliothek, seine Privatsammlung offerierte. Dieses Material wuchs dann mit Übernahme der mächtigen Sammlung des hervorragenden Polyhistors, Kunstsammlers,Archäologen und Historikers Miklós Jankovich (1773-1846) aus das Vielfache.14 Mit dem Entstehen des Ungarischen Nationalmuseums haben auch die Steinfragmente zum erstenmal in einer öffentlichen Sammlung Platz erhalten und es bestand die Möglichkeit zu ihrer systematischen Forschung. Wir wissen aus den Erinnerungen von Flóris Rómer (1815 — 1889), dass der Palatin Josef, nachdem das Nationalmuseum erbaut war, alle auf seinem Gut befindliche Steinfragmente nach Pest sandte, und auch die bei seinen Reisen gefundenen ähnliche Objekte dem Museum zukommen liess, so legte er die Fundamente des Lapidariums des Nationalmuseums. Einzelne Stücke sind bereits früher in das Museum gelangt, so eine der namhaftesten Funde, der im Gebiet der Basilika von Székesfehérvár 1803 ausgegrabene Sarkophag des hl. Stefan, der nach seiner Auffindung - mit anderen Steinen zusammen - im dortigen Bischofsgarten untergebracht,