Horler Miklós: Általános helyzetkép (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 1. Budapest 1988)

Horler Miklós: LAGEBERICHT ÜBER DIE ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTEN IN UNGARN

Während der folgenden drei Jahre bis 1990, kann man mit dem Erscheinen von weiteren 4-5 Nummern des LAPIDARIUM HUNGARICUM rechnen, in denen die ersten Ergebnissen dieser Arbeit veröffentlicht werden. Zur Präzisierung unserer Arbeit danken wir für alle Mitteilun­gen, die entweder zur Ergänzung, oder Korrigierung der Daten des gegenwärtigen Lageberichts dienen, oder sich auf neue, hier nicht vorkommende Fundorte beziehen. (Adresse: Országos Műemléki Felügyelőség-Lapidarium Hungaricum szerkesztősége. Budapest, Postafiók 6. 1250.) Wir betrachten die jetzt begonnene Arbeit - vor allem auf dem Gebiet der ungarischen Medievistik - so wichtig, wie die von László Mezey (1918-1984) in Angriff genommenen Forschungen der Kodex-Fragmente. Wie die Wechselfälle unserer Geschichte das Material unserer mittelalterlichen Literatur und Musik dezimiert hatten, in dem Masse sind auch die Denkmäler unserer mittelalterlichen Architektur und bildenden Kunst zugrunde gegangen. Die Situation wird dadurch erschwert, dass vor allem die Kunstzentren zerstört wurden, die in der Entwicklung der Kunst eine determinierende Rolle spielten. Ohne die Freilegung und das Kennenlernen ihrer Überreste kann man sich von unserer mittelalterlichen Kunst kein reales Bild machen ähnlicher Weise wie nur die Forschung der Kodex-Fragmente die weissen Flecken unserer mittelalterli­chen Kulturgeschichte durch wissenschaftliche Ergebnisse ausfüllen kann. Was für bedeutende Werte noch unter der Oberfläche verborgen sein dürften, dazu dient als bestes Beispiel der durch Zufall ans Licht gekommene Skulpterunfund in der Burg von Buda, ein Material von internationaler Bedeutung. Darauf aber, was für Ergebnisse von der systema­tichen Forschung und Bearbeitung zu erwarten sind, weisen die architektonischen Zusammen­hänge hin, die durch die Wiederherstellungen der letzten Jahrzehnten entdeckt worden sind, z.B. in Visegrád, Siklós, Simontornya, Dömös, Pacin, Szerencs, Márévár. Oder jene, die allein durch wissenschaftliche Studien festgestellt worden sind: das Grabmal der hl. Margarethe auf der Margaretheninsel, die Baukunst der Renaissance im Balaton-Hochland, die königliche Villa in Buda-Nyék oder der Altar der Bakócz-Kapelle in Esztergom.2 Obzwar das Material der Stein­fragmente, dem Zeitalter nach verteilt, vor allem für die Mittelaltersforschung grosse Möglich­keiten bietet, müssen wir darauf hinweisen, dass in letzterer Zeit auch die Zahl der Fragmente der neuzeitlichen - barocken und klassizistischen - Architektur und Bauplastik rapid zunimmt. Der Lagebericht hat solche wichtigen zugrunde gegangenen Überreste beleuchtet, wie das Schloss Esterházy in Fertőd und seine Gartenarchitektur, oder einen bedeutenden Teil des Bauplastik­Oeuvres von Casagrande. Die Anzahl der Steinfragmente ist seit zehn Jahren von 38.000 auf 61.000 gesteigen, die Lagerplätze von 115 auf 400. Diese Zahlen drücken klar die Wichtigkeit der Sache und der bevor­stehenden Aufgaben aus, ebenso die universale wissenschaftliche Verantworung der Baugeschich­te, Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Archäologie, Muséologie im Gebiet der Rettung der Werte ihrer Registrierung und ihrer Bearbeitung. HISTORISCHER RÜCKBLICK Bei der Zusammenstellung des gegenwartigen Lageberichts der architektonischen Stein­fragmente, sind zahlreiche solche historiche Daten zum Vorschein gekommen, die zur der even­tuellen späteren Forschung der bereffenden Frage wertvolle Belege liefern. Wir haben versucht, diese einzusammeln und mit solchen Angaben zu ergänzen, die im Material nicht vorkommen. Um so mehr schien es wert, diese forschungshistorische Übersicht zu Veröffentlichen, weil sich das Interesse für die architektonischen Fragmente, das Bestreben, diese einzusammeln und zu bewahren, schliesslich ihre Nutzbarmachung im Gebiet der Baugechischte und der Wiederher­stellung von Baudenkmälern, im Laufe eines langen historischen Vorgangs entfaltete, und ihre heutige Lage in vielen Hinschten damit zusammenhängt. Das Interesse für die architektonischen Fragmente vergangener Zeiten kann bei uns, wie allgemein in Europa, bis zum Zeitalter der Renaissance zurückgeführt werden. Daraus entstammt der Umstand, dass sich dieses Interesse Lange auf die Antiquität konzentrierte und auch hier einer­seits auf die beschrifteten Steine, anderseits auf die plastische Verzierung. Das Steinmaterial

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