Détshy Mihály nyolcvanadik születésnapjára tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 11. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 2002)

Tóth Sándor: Észrevételek a pesti reneszánsz szentségházak tárgyában

Andreas, nach dem Familiennamen Nagyrévi, Sohn eines Bürgers von Pest, war in den 1480er Jahren schon Stadtpfarrer. Die Bischofswürde erhielt er zwischen 1490 und 1495, unter Aufrechterhaltung seiner Rechte in der Pfarrei als „com­mendatarius perpetuus" (1496). Daneben hatte er auch andere Aufträge (z. B. erzbischöfliches Vikariat). Wie es sich unlängst herausstellte, er lebte noch 1507 als Prälat und Vikar des Bischofs von Vác (Waitzen), obwohl in Pest schon 1506 ein neuer Pfarrer amtierte. Sein Tabernakel wurde schon vormals etwas früher datiert als der andere, und beide wurden, zusammen mit Bruchstücken, die aus dem ehemaligen Hauptaltar stammen können - in dieser Reihenfolge - aus dem Atelier eines Italieners, der, im Kreise von Benedetto da Maiano gebildet, vorher in Esztergom (Gran) gear­beitet haben sollte, hergeleitet. Der italienische Faden konnte hier nicht verfolgt werden, es fehlt aber nicht der Hinweis auf die Wichtigkeit solcher Denkmäler - wie z. B. der Tabernakel des Doms zu Cortona aus 1491 -, die in der Gestaltung der architektonischen Form eine Zwischenstellung gegen Florenz und Pest einnehmen. Ein Zwischenspiel in Esztergom ist möglich, aber im Hintergrund sowohl der dortigen wie auch der Pester Formen stehen Stilerscheinungen von Buda (Ofen), die wenigstens zum Teil aus der Zeit von König Matthias herrühren. Zu demselben Zusammenhang gehören gewisse Formen in Diósgyőr, während das Lünettenrelief eines kleineren Tabernakels in Egyházasgerge aus 1503, das sich eng mit dem Christusfigur des bischöflichen Sakramentshauses zu Pest verknüpft, als eine Arbeit der Werkstatt des letzteren anzusehen ist. Das andere Werk in Pest hat auch Beziehungen zu Buda, zeigt aber auch eine nähere Ähnlichkeit mit dem Tabernakel in Pécs, der nach 1505 entstand. Eine wichtige Feststellung ist, daß die Bruchstücke des Hauptaltars im Stil näher zum bischöflichen als zum städtischen Tabernakel stehen, das heißt, die bei­den ersteren Werke, von denen der Tabernakel bis etwa 1940 am gewöhnlichen Ort seiner Gattung an der Nordwand des Chors stand, wahrscheinlich in einem Zuge, am Ende eines gotischen Umbaus, möglicherweise 10-15, jedenfalls aber einige Jahre früher als das Sakramentshaus der Stadt Pest, entstanden. Die Errichtung des letzteren war das Ergebnis eines nachträglichen Entschlusses, einen zweiten, dem vorhandenen ähnlichen Tabernakel herzustellen. Diese ungewöhnliche Lösung erklärt sich vielleicht durch die Entlassung des „commen­datarii perpetui", dessen Person und Tabernakel - mit seinem insschriftlichen Titel und bildlichen Ausdruck - dem Beistand des neuen Pfarrers, wie es scheint, unannehmbar wurde. Der architektonisch geschulte entwerfende Meister des bischöflichen Tabernakels hat seine Hand an das Werk der Stadt nicht mehr gelegt, obwohl seine Werkstatt weiter wirkte. Jener, der an seine Stelle trat, hat die beiderseits der Sakramentsnische aus Öffnungen vortretenden Engel, charakteristische Bestandteile des Tabernakeltyps, in Nischenskulpturen verwandelt. Den Italiener in Pest von 1506, der dort den Rotmarmor bearbeitete, können wir unter den Meistern, die an beiden hier behandelten Werken tätig waren, zuallererst in ihm suchen.

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