Bardoly István és László Csaba szerk.: Koppány Tibor Hetvenedik Születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 10. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1998)

Feld István – Szekér György: A golopi késő reneszánsz kastély

Das Spätrenaissance-Schloß in Golop István Feld - György Székei Das zuletzt im 18. Jh gründlich umgebaute kleine Schloß am Rande des Dorfes Golop - in der Nordost-Ecke Ungarns, nördlich von der Stadt Szerencs - enstand wahrscheinlich um 1590 als Sitz einer hiesigen Familie des mittleren Adels. Die Baugeschichte, die früheste Form und die Funktion der einzelnen Räume dieses auf einem Z-förmigen Grundriß erbauten - also aus einem länglichen Mitteltrakt und aus zwei diagonalen, aber ebenso hohen „Ecktürmen" bestehenden - Ge­bäudes wurde ab 1985 durch eine gründliche bauarchäologische Forschung geklärt. Dabei wurde es eindeutig festgestellt, daß die Mauern des heutigen Baus fast vollkommen aus der gleichen Bauzeit stammen - nur die Mauerkronen mit dem Dach, die Westmauer des nördlichen „Eckturmes" sowie eine vor 1985 abgetra­gene östliche Erweiterung datieren aus dem 18. Jh. Zu dieser Zeit wairden auch die Fenster und Türen umgestaltet - ihre originale Form war aber anhand der freigelegten und zeichnerisch dokumentierten Spuren genau festzustellen. So wis­sen wir, daß die Ost - und Nordfassaden vorwiegend geschlossen waren, Fenster hat man eher nach Süden und Westen ausgebildet. Im Obergeschoß waren im Süden etwas größere Fenster mit Renaissance-Steinumrahmung - sie dienter zur Beleuchtung eines größeren Saales - im Norden, bzw. an den „Ecktürmen" konn­ten wir kleinere Öffnungen feststellen, ein Fenster fanden wir sogar in situ. Die kleinen Fenster des Erdgeschosses hatten dagegen einfache Steinumrahmung mit abgekantetem Profil, änlich, wie das Eingangsportal an der Südseite des nörd­lichen „Ecktürmes", das in seiner frühesten Form viel Ähnlichkeit mit den spät­mittelalterlochen Burgtoren aufwies. Das Schloß hatte ein Kellergeschoß, dessen Gehniveau aber nicht viel mehr tiefer lag, als das Terrain um das Gebäude. Es diente nicht nur als Lagerraum, aber auch zur Isolierung der oberen Wohnräume. Seine Gewölbe stammen aus späteren Bauperioden, aber das früheste Verkehrssystem dieses Gebäudeteils ken­nen wir nicht. So ist es auch nicht mehr genau festzustellen, was für eine Funktion um 1600 das Erdgeschloß hatte. Der damals gewölbte Raum im nördlichen „Eck­turm" spielte eine ähnliche Rolle, wie das Erdgeschoß der spätmittelalterlichen Tortürme; neben dem Portal war ein einfacher Kamin ausgebildet. Von hier aus trat man in eine Vorhalle, wo sich die nach oben führende - wahrscheinlich aus Holz errichtete - Treppe und in der Südostecke wahscheinlich ein weiterer Kamin befanden. Aus dieser Vorhalle führte eine Tür in das größte Zimmer des Erdge­schosse, dessen vorngespeiste Kachelofen auch von hier zu heizen war. Das große Zimmer war ursprünglich flachgedeckt, das jetzige Gewölbe stammt aus einer Bauperiode des 17. Jhs. Der kleine Raum in dem südöstlichen „Eckturm", wo das ursprüngliche Tonnengewölbe erhalten blieb - hier konnten keine Spuren einer Heizeinrichtung gefunden werden. Sicher ist es aber, daß das Obergeschoß als Schauplatz des Lebens der Besitzer­familie diente. Durch die Treppe gelangte man in die nördliche Vorhalle. Die Reste eines Renaissance-Kamins kamen in der Südostecke zum Vorschein, durch diesen Kamin heizte man den Kachelofen, der in der Nordostecke des südlich be­nachbarten „Saales" stand. Dieser flachgedeckte große Raum diente ehemals als Speisesaal, hier saßen die Familienmitglieder und die Gäste zusammen. In dem südöstlichen „Eckturm" war dann das urpsrünglich gewölbte Schlafzimmer unter­gebracht, worauf ein Abort und das Fehlen einer Heizumg hindeuten. Die Funk-

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