Bardoly István - Haris Andrea: A magyar műemlékvédelem korszakai Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 9. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1996)

Kaiser Anna: A közjó szolgálatában. A Műemlékek Országos Bizottsága és a főváros

mission regelmäßig über Denkmalfragen und erholte vor ihren Entscheidungen deren Stellungnahme. Das große Zeitalter der Entwicklung von Budapest war die dem Ausgleich nach­folgende (1867) Zeitspanne. Die damals abgefaßten Bau- und Städtebauregulative umfaßten auch die Fragen der Denkmalpflege. Die erste große Restaurierung wurde an der Liebfrauenkirche in den Burgviertel von Buda 1874 begonnen und ausgeführt. Die Stadt betraute den Architekten der Landesdenkmalkommission Frigyes Schulek mit der Planung. Die Entwürfe wurden durch Imre Henszlmann, einen der herausragendsten ungarischen Kunsthistoriker scharf kritisiert, weil seiner Ansicht nach diese die verschiedenen Bauperioden außer Acht dessen und die ganze Kirche einheitlich in gotischem Styl neubautc. 1880 begann auf Kosten der Hauptstadt die Ausgrabung der römischen Bür­gerstadt Aquincum in Óbuda (Altofen) und ihres Amfitheaters. 1885 schrieb die Hauptstadt Budapest vor, daß im III. Bezirk Óbuda die bereits erlassenen Baube­willigungen dem Vorsitzenden der Hauptstädtischen Archäologischen Aus­schusses vorgelegt werden müßten, damit die Aushebung der Fundamente beobachtet werden könnte. Natürlich brachte die stürmische Entwicklung der Stadt oft die Zerstörung vieler Denkmäler mit sich, was auch mit der Zeitgebun­denheit des jeweiligen Denkmalbegriffs zusammenhing. Die zeitlichen Grenzen der Denkmalpflege dehnten sich laufend, obwohl unter Denkmal meistens mit­telalterliche und Reneissancebauten verstanden wurden. Die im Burgviertel von Buda geplanten Neubauten, die starken Protest erregten, bewog die Hauptstadt 1914 dazu, die bisherige Bauordnung zu ändern und die Gesichtspunkte der Denk­malpflege durch strengere Maßnahmen zur Geltung zu bringen. 1926 traf die Hauptstadt über den Schutz der in ihrem Besitz stahenden Denk­mälern und den an diesen erlaubbaren Arbeiten Maßregel und tat Schritte zur Vermehrung der in ihren Wirkungskreis stehenden Denkmäler. In Zusammenar­beit mit der Landesdenkmalkommission wurden die Ruinen des Prämonstra­zenserklosters auf der Margareteninsel, das römische Hypocaustum am Altofen­er Floriansplatz und das römische Castellum am Eskü (heute 15. März) Platz er­schlossen und konserviert, weiters unter der Obhut des Hauptstädtischen Mu­seums in den Räumen der Fischerbastei das mittelalterliche Lapidarium ein­gerichtet. Auch kam in der Pester Innenstadt die Erschließung und Vorführung der mittelalterlichen Stadtmauern an die Reihe. Eines der bedeutendsten Un­ternehmen war die Ausgrabung und beispielhafte Restaurierung des römischen Amphitheaters des Militärlagers von Aquincum zwischen 1935 und 1941. Der zweite Weltkrieg verursachte schwere Schäden auch unter den Denkmälern. Die Landesdenkmalkommission und die Hauptstadt reihte nach Uberprüfung der Schäden die Denkmalgebäude nach Erhaltbarkeit in drei Klassen und bean­tragte auch den Schutz der Umgebung einzelner hervorragender Denkmäler. Zu dieser Zeit kam zwischen den Trümmern die mittelalterliche Bürgerstadt im Burgviertel von Buda ans Tageslicht. 1949 wurde die Landesdenkmalkommission abgeschafft und die staatliche Or­ganisation des Denkmalwesens eingerichtet. Dabei blieb jedoch die rechtliche Zus­tändigkeit der Hauptstadt in Denkmalfragen bis 1972 erhalten. Die Beziehungen zwi­schen der vormaligen Landesdenkmalkommission und der Hauptstadt zeigen, wie dieselbe Aufgabe auf zahlreichen Ebenen und Rollen in Erscheinung treten kann.

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