Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)

Kaiser Anna: A közjó előmozdításának néhány példája

Beispiele über die Förderung des Gemeinwohles Anna Kaiser Im vorliegenden Aufsatz werden einige Beispiele angefühlt, wie der Denkmal­schutz durch ingenieurmäßige Fachkenntnisse und eine selbstlose Arbeit für das Gemeinwohl gefördert wurde. Derartiges wird von der Nachwelt meist ignoriert, zumal es keine einschlägigen Publikationen gibt und die Spuren solcher Aktivi­täten allenfalls in alten Kommissionsberichten oder in Archivmaterialien ent­deckt werden können. Ein derart vielseitig aktiver Ingenieur war Gusztáv Zsigmondy (1824-1895). Als Pionierleutnant am ungarischen Freiheitskampf 1848/49 beteiligt, beschäftigte er sich bereits seit 1852 mit der Registrierung der in Altofen (Óbuda) fortlau­fend freigelegten römerzeitlichen Überreste. Als Mitglied der 1872 gegründeten Landeskommission für Baudenkmäler trug er in die Vermessungspläne der Hauptstadt, (angefertigt in der 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts) die freigelegten römerzeitlichen Ruinen ein. Dieses Werk ist heute ein wertvolles Stück der Plansammlung des Denkmalschutzamtes und der Sammlung des Museums von Aquincum. Pál Szumrák (1826-1905) nahm ebenfalls am Freiheitskampf teil und arbeitete sodann als Ingenieur der Stadt Pest bzw. später des Ministeriums für Öffentliche Arbeit und Verkehrswesen. Als Privatperson richtete er an die Landeskommission für Baudenkmäler ein Schreiben, welches verschiedene, zu einem Teil sogleich, zum anderen allerdings erst nach Jahren befolgte Warnungen enthielt. Die Stadt, so schrieb er, sei im Begriff, das Rudas-Thermalbad zu renovieren, man sollte daher auf die türkischen Bauteile achtgeben; oder: auf einem Gehsteig in Obuda habe er den Deckelstein eines römischen Sarkophags liegen sehen, er müßte doch ins Museum eingeliefert werden; entlang der Szentendre Straße ver­fielen die Pfeiler des römischen Aquedukts und würden abgerissen, u.s.w. Auch László Gerő schrieb seinen hier veröffentlichten Brief als Privatperson. Damals war er Chefingenieur des hauptstädtischen Dezernats für öffentliche Bauten. Während seiner Amtszeit verrichtete er manche, auch für die Stadt be­deutungsvolle Arbeiten, so die Rekonstruktion des römischen militärischen Amphitheaters oder die Restaurierung des Kirchenchors in der Innenstadt. Auch eine Gedenktafel in der Innenstadt zur Erinnerung an die Hochwasserkatastro­phe von 1838 wurde von ihm entworfen. Seine Amtsobliegenheit erstreckte sich auch auf die Instandhaltung jener Kirchen, bei denen die Haupstadt als Kirchen­patron fungierte, doch hat er den Brief an den Bezirksvorstand im Interesse jener Kirchen geschrieben, die nicht in seinem Kompetenzkreis lagen. Als schlichter „Bezirkseinwohner" gab er eine genaue Beschreibung des technischen Zustandes der Gebäude und schlug auch gleich die erforderliche Rekonstruk­tionsmethode vor. Abbildungen 1. Hochwasser-Gedenktafel, Budapest V, Szerb u. 23 (1938) Photo: Ágoston Orlay 2. Rekonstruktion des römischen militärischen Amphitheaters (1941) Photot­hek des Museums von Kiscell

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