Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)

Tomáš Durdík: Batterietürme der böhmischen Burgen

Ebene mit dem steil abfallenden Tal, dem sog. Hirschgraben an der Nordseite der Burg eine ordentliche neue Befestigung. Die Benützung der Batterietürme (an anderen Seiten benützte Ried klassische Basteien) ergab sich aus der be­schriebenen ungünstigen Terrainkonfiguration. Die neue Zwingermauer sicher­ten allmählich drei Batterietürme (Abb. 5); das ganze System rechnete jedoch of­fensichtlich noch mit einem vierten Turm an der nordwestlichen Ecke. Dieser Raum wurde noch nicht durchforscht und demnach ist nicht bekannt, ob es überhaupt zur Anlegung dieses Objektes gekommen war. Den ältesten Teil des Systems repräsentiert der nordöstliche Eckturm „Daliborka", der auf einem langen Hals vor die Linie der Zwingermauer herausgeschoben ist. Der Turm ist rund und sein unterer noch heute erhaltener Mauerteil enthält über den zewi eingewölbten unteren Etagen von denen nur das obere der Artillerie diente zwei Artelleriegeschosse mit flachen Decken und länglichen Schießscharten. Den obersten Teil des Turmes bildeten noch minimal zwei gezimmerte oder Fachwer­ketagen, die für Schützen mit Handbüchsen bestimmt waren und das hohe ke­gelförmige Dach umgaben dreieckige Giebelchen. Die Fertigstellung des Turmes datiert die Jahreszahl unter dem Wappen des Königs Vladislav auf der letzten Etage des gemauerten Teiles mit dem Jahr 1496. Der jüngere mittlere „Weiße Turm" hat einen halbrunden Grundriß und erin­nert mit seiner Lösung an die bereits erwähnten Türme der Burg Hartenstejn. Von der ursprünglichen Gestalt blieb nur das Souterrain und die ersten beiden eingewölbten Etagen, der Rest ist das Ergebnis der Bauaktivitäten, die in der Re­naissance verliefen. Das Treppenhaus wurde erst nach einem Brand im Jahre 1541 angebaut. Der mächtigste Batterieturm war der jüngste, westliche, der zuerst der „neue", dann der „Pulverturm" genannt wurde und heute „Mihulka" heißt. Die vier Ebenen des runden gemauerten Teiles verband ein wohlüberlegtes System der inneren Kommunikationen, das auch die Brücke mit einbezog, die den Trans­port von Kanonen von der Innenfläche der Burg ermöglichte. Das Souterrain und die zwei weiteren Ebenen waren eingewölbt, mit geräumigen Artilleriezellen mit Ablüftung und mit durch verschiebbare Holzplatten verschließbaren Schieß­scharten versehen. Auch dieser imposante Batterieturm trug höchstwahrschein­lich eine Etage oder ein Halbgeschoß (gezimmert oder Fachwerk) für Schützen mit Handfeuerwaffen und trug ein wahrscheinlich hohes Dach. Mit der Befestigung der nördlichen Front der Prager Burg schuf Benedikt Ried ein vollendetes System, das von keiner weiteren Entwicklung, die sich pro­portioned zur überstürzten Entfaltung des Militärwesens in einer anderen Rich­tung begab, übertroffen wurde. Aid den übrigen Burgen, deren Umbauten mit Rieds Namen verbunden sind, arbeitete dieser Meister vor allem mit Basteien und einen Batterieturm benützte er nur mehr einmal beim Umbau der Burg Rábí (z.B. Menclová 1976 405-13). Hier wurde der halbrunde Batterieturm an die Ostfront der alten Burg angebaut. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß es sich in diesem Fall um eine Notlösung handelte, da die Burg von einem neuen großzügig angelegten Ring vom massiven Befestigungsmauern, Basteien und einem riesigen Torion umgeben war. (Rabi wurde wahrscheinlich vom Jahre 1490 bis in die 30er Jahre ds 16.Jahrhunderts umgebaut). Dieser Mauerring, dessen Aufbau außergewöhnlich konstspielig sein mußte, war nicht fertiggestellt worden und es ist deshalb anzunehmen, daß von dem Augenblick an, wo dies klar wurde, die Seite der Burg, die noch nicht fertig war, wenigstens durch diesen erwähnten Batterieturm abgesichert wurde. Einen ähnlichen runden Batterieturm, genannt „Na liskách", baute ein unbe-

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