Pamer Nóra szerk.: Gerő László nyolcvanötödik születésnapjára (Művészettörténet - műemlékvédelem 6. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1994)

Juan Cabello – Simon Zoltán: A Kékediek és kastélyuk

Die Familie Kékedi und ihr Schloß in Kéked Juan Cabello - Zoltán Simon Im Hernád-Tal, nördlich von Gönc (Nordungarn) steht das Renaissanceschloß in der Mitte der Ortschaft Kéked. Die Fachliteratur hat bereits frfiher - im we­sentlichen richtig - festgestellt, daß der nördliche Flügel ein separates und ein­heitliches Gebäude war und früher errichtet wurde als die beiden südlichen Trakte. Die Bauherren, die Familie Kékedi, werden in den Quellen bis Mitte des lö.Jh. nur selten erwähnt. Gegen Mitte des Jahrhunderts treten einzelne Familienmit­glieder auch im öffentlichen Leben in Erscheinung. Ihr Aufstieg ist glücklichen Eheschließungen und nicht minder der wirtschaftlichen Konjunktur zu verdan­ken, die sich in der zweiten Jahrhunderthälfte entfaltete. Das Schloß wird erstmals im Jäher 1627 erwähnt und als Bauherr György Kékedi genannt, der irgendwann um 1613 gestorben ist. Das im angehenden 17.Jh. gebaute zweitsöckige Schloß mit einem symmetri­schen, viereckigen Grundriß, wurde an den nördlichen Ecken bzw. in der Achse der südlichen Seite mit runden Türmen befestigt. Die Fensteröffnungen wurden mit Fenstergesims und Fensterverdachung aus Ziegel und Mörtel verziert, während die Längsseiten von sgraffito, bestehend aus parallelen Linien umrahmt wurden. Bei den Fenstern der Etagen schloß auch der Platz der Brustwehr mit einem Muster ab, welches ein Renaissanceglied imitierte. Der Eingang öffnete sich vermutlich aus dem südlichen Turm. Wahrscheinlich gehörte das Fensterge­sims mit der Jahreszahl zu dieser Eingangstür. Sämtliche Stockwerke des Schlos­ses bestehen aus einem mittleren rechteckigen Raum und aus je zwei viereckigen Räumlichkeiten, die sich der Längsseite anschließen, ausgenommen das westli­che Drittel des zweiten Stockes, welches ursprünglich als ungeteilter Raum gebaut wurde. Die Räume des als Unterbau funktionierenden Erdgeschosses (das mittlere Drittel ausgenommen) waren überwölbt, wie auch die Räume des ersten Stockes (die mittleren und südwestlichen Räume ausgenommen) und der südwestliche Saal des zweiten Stockes; die übrigen Räume waren mit Balken bedeckt. Angesichts seines Grundrisses und seiner Baumasse gehört das regelmäßige und symmetrische Schloß von Kéked jener Gruppe der Baugeschichte an, die im historischen Ungarn durch Bethlenfalva, Frics, Frigyesvágás, Márkusfalva und Al­sómicsinye repräsentiert wird. Abbildungen 1. Das Schloß in den 1940er Jahren (nördliche Fassade). (OMvH Photothek 60795) 2. Anblick des Schloßes aus NW, 1979 (Photo: Tamás Mihalik) 3. Grabungsplan (Zeichnung von Zsuzsa Arnóti) 4. Freigelegtes Fundament des abgerissenen südlichen Turmes (Photo: Ta­más Mihalik) 5. Die nördliche Fassade nach der Forschung (Photo: Tamás Mihalik) 7. Uberrest des abgehauenen Fenstergesimses eines Fensters der 1. Periode (westl. Fenster im Erdgeschoß des NW-Turmes). (Photo: Tamás Mihalik)

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